Schüler sammeln Müll
(W, 05.04.03)
"Putz deine Stadt raus" - diese Aufforderung an alle Mannheimer nahmen sich auch Schüler und Lehrer des PPG zu Herzen.
Eine Woche lang zogen sie nachmittags in der Umgebung der Schule los, um sich - ausgestattet mit Handschuhen, Müllpickern und Plastiksäcken - um die Hinterlassenschaften rücksichts- oder gedankenloser Mitbürger zu kümmern.
Von den etwa 800 Schülern des PPG erklärten sich mehr als 300 bereit, in ihrer Freizeit auf Müllsuche zu gehen.
"Eine stolze Zahl, wenn man bedenkt, dass den Schülern für die Aktion kein Unterricht ausfällt", so Frau Sommer, die als Verbindungslehrerin gemeinsam mit Schülersprecher Uwe Schüßler sowie Alexander Popp von der SMV die Aktion organisiert hat.
Auch Schulleiter Dr. Leichert zeigte sich erfreut über den Einsatz der Schüler und gab sofort grünes Licht.
Aus allen Klassen rekrutierten sich die freiwilligen Helfer, Oberstufenschüler beaufsichtigten die jüngeren, damit auch niemand verloren ging.
Natürlich kam dabei der Spaß auch nicht zu kurz. Besonders beliebt war es, den Kollegen "einzusacken", und so manche Hinterlassenschaft sorgte entweder für Erstaunen oder einfach nur Kopfschütteln über das mangelnde Umweltbewusstsein anderer.
"Die Aktion macht einigen Schülern vielleicht erst richtig bewusst, wir sorglos auch sie selbst manchmal mit einer Getränkedose umgehen, die sie auf dem Schulweg leer trinken und im nächsten Gebüsch entsorgen", erklärte Frau Sommer.
"Wenn bei jedem Müllsammler die Hemmschwelle ein wenig steigt, Abfall achtlos fallen zu lassen, wo immer man gerade ist, dann war die Aktion schon sinnvoll."
Eine zusätzliche Motivation für den freiwilligen Einsatz war der ausgelobte Preis von 1000 Euro für die Mannheimer Schule, die im Verhältnis zu ihrer Schülerzahl die meisten Abfallsammler mobilisieren konnte.
"Natürlich würden wir gerne den Schulpreis gewinnen", so Schülersprecher Uwe Schüßler.
"Aber wir sammeln ausschließlich außerhalb der Unterrichtszeit und wollen so beweisen, dass es uns um die Säuberung selbst geht."
Sichtbarer Beweis für den Sammeleifer der Schüler waren die zahllosen gefüllten Müllsäcke nach den nachmittäglichen Aufräumaktionen.
Nicht nur der Schulleiter zeigte sich beeindruckt vom freiwilligen Einsatz der Schüler.
"Es wäre schön, wenn sich andere daran ein Beispiel nehmen", äußerte Dr. Leichert seine Hoffnung, dass das Umweltbewusstsein "ansteckend" wirkt.
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