Französisch
schlägt Brücken für Karriere und Beruf

Im Jahr 2003, anlässlich des 40. Jahrestages des
deutsch-französischen Freundschaftsvertrages, beschlossen der damalige Bundeskanzler
Gerhard Schröder und der französische Staatspräsident, Jacques Chirac, künftig
den 22. Januar zum Tag der deutsch-französischen Freundschaft zu erklären.
Seitdem wird dieser Tag bundesweit gefeiert.
So fand im Regierungspräsidium Karlsruhe (dem ehemaligen
Oberschulamt) am 20.Januar 2006 eine große Feier
statt, an der auch der KKK Französisch der Jahrgangsstufe 12 des Peter Petersen
Gymnasiums teilnahm.
Am Vormittag informierten Robert Walter, Leiter des Centre
Culturel Franco-Allemand in KA, Frau Dr.
Gesk vom Regierungspräsidium KA, ein Vertreter der Industrie u. Handelskammer(
IHK), der Universität und der
Fachhochschule KA sowie eine Vertreterin
der Agentur für Arbeit die Gäste über den „Mehrwert“ oder den
Wettbewerbsvorteil, den man mit dem Erlernen der französischen Sprache erwirbt.
Warum ist Französisch ein „Mehrwert“?
- Die
Beherrschung des Englischen ist heutzutage eine ebenso selbstverständliche
Basisqualifikation wie der Umgang mit dem PC.
- Frankreich
ist Deutschlands größter Handelspartner; das Handelsvolumen Deutschlands
mit Frankreich ist größer als das mit den USA : in Deutschland gibt es
1700 französische Betriebe.
- Im
Jahr 2030 wird Frankreich das bevölkerungsreichste Land Europas sein, so
dass dieser Markt für uns Deutsche immer mehr an Bedeutung gewinnen wird.
- Unternehmen
legen deshalb zunehmend Wert auf Bewerber mit bikultureller Kompetenz (
Kombination aus Sprachkompetenz und kultureller Kompetenz).
Wie kann man diese bikulturelle Kompetenz erwerben?
- Um
die nötige Sprachkompetenz zu erreichen, sollte man so früh wie möglich
die Sprache unseres Nachbarn lernen. (vgl. Artikel
zu Französisch auf dieser Homepage)
- Neben
dem Unterricht in der Schule selbst gibt es vielfältige weitere Möglichkeiten,
seine Sprachkompetenz durch Auslandsaufenthalte zu vertiefen und quasi
„nebenbei“ die gewünschte interkulturelle Kompetenz zu erwerben.
- Gelegenheit
hierzu bieten Schüleraustausche, die Teilnahme an Work- u. Ferien- camps,
aber auch ein freiwilliges soziales Jahr, Berufspraktika, Ferienjobs im
französischsprachigen Ausland uva.
- Das
Berufsbildungsgesetz von 2005 erlaubt es jungen Leuten, einen großen Teil
ihrer Ausbildung im Ausland zu leisten und hierbei sogar noch das
Euregiozertifikat zu erwerben.
- Ein
ganz besonderer Stellenwert kommt dabei vor allem den Doppel- und
Dreifachstudiengängen zu, bei denen deutsche und französische Studenten
ihr Studium teilweise in Deutschland, teilweise in Frankreich und
gegebenenfalls in einem dritten Land verbringen. Danach machen sie ein doppeltes oder dreifaches
Diplom als Abschluss, so dass sie sich in mehreren Ländern bewerben können
und ihre Einstellungschancen dadurch erheblich verbessern.
- Deutsch-französische
Doppeldiplom-Programme gibt es an insgesamt 120 Universitäten und
Fachhochschulen (FHs) in den Bereichen Naturwissenschaften ( z. Bsp.
Biotechnologie),
Ingenieurwissenschaften, Wirtschaft, Informatik, Verfahrenstechnik,
Maschinenbau, Elektro- u. Informationstechnik, Mathematik, Physik,
Fahrzeugtechnologie, Jura, Medizin und für das Lehramt (Europalehrer).
Zwölf dieser Studiengänge gibt es allein in Karlsruhe.
- Ein
Doppeldiplom erleichtert die Arbeitsplatzsuche durch die doppelte
Qualifikation, aber auch, weil man durch Auslandsaufenthalte die heute so
wichtigen „Softskills“ d.h. Schlüsselqualifikationen erwirbt, auf die
Personalchefs sehr großen Wert legen. Warum ?
- Bewerber
mit Auslandserfahrungen gelten als kommunikativ, flexibel, mobil und
durchhaltefähig, alles Eigenschaften, die gute Voraussetzungen für
lebenslanges Lernen bieten.Da unser heutiges Wissen nur eine so genannte
Halbwertzeit hat und wir uns im Gegensatz zur Generation unserer
Großeltern ( die sich auf dem einmal erworbenen Wissen für den Rest ihres
Lebens „ausruhen“ konnten ) im Laufe unseres Lebens immer neue Kenntnisse
aneignen und uns weiter bilden – also lebenslang dazu und neu lernen
müssen- sind solche Eigenschaften ein klarer Wettbewerbsvorteil auf dem
Arbeitsmarkt.
- So
ist es nur natürlich, dass Absolventen mit binationalem Abschluss steilere
Karrieren machen als solche mit einem „nur“ nationalen Abschluss.
- Alle
diese Programme werden durch europäische Mittel gefördert: die Teilnehmer
erhalten entweder eine so genannte Mobilitätszulage und /oder sind von der
Zahlung der im Ausland bereits
üblichen Studiengebühren befreit, so dass jeder die Möglichkeit, daran
teilzunehmen.
- Neben
den bi- und trinationalen Studiengängen kann natürlich jeder „normale“
Studierende auch an einem Erasmus-Programm teilnehmen, innerhalb dessen er
sechs Monate an einer Universität
des europäischen Auslands studiert, wobei auch hier eine finanzielle
Unterstützung selbstverständlich ist.
- Zur
Dokumentation solcher Erfahrungen gibt es den vom Europarat heraus
gegebenen Europäischen Sprachenpass, in dem man neben den persönlichen
Auslandserfahrungen auch die individuelle Sprachenqualifikation
festhält. (vgl. DELF / DALF)
Am Nachmittag boten eine Reihe von Workshops den Teilnehmern
die Möglichkeit, Fragen zu stellen und aus erster Hand detailliertere
Informationen zu erhalten über
- Ausbildungsmöglichkeiten
im Ausland ( www.europaserviceba.de)
- deutsch-französische
Studiengänge (www.dfu.-ufa.org )
- Förderprogramme
der EU ( Sokrates, Leonardo, Comenius, Erasmus, Grundvig)
- Schüleraustauschprogramme
(www.dfjw.org )
- offizielle
und weltweit anerkannte französische Sprachzertifikate (DELF / DALF) (www.ciep.fr )
- Erfahrungen,
die deutsche Jugendliche im beruflichen und universitären Bereich in
Frankreich gemacht haben (es berichteten zwei deutsche und eine
französische Studentin, die in Karlsruhe zur Zeit binationale Studiengänge
absolvieren).
- das
Angebot von France-Mobil, einem kleinen
französischen Institut auf Rädern, das auch schon am PPG zu Gast war (vgl.
Artikel auf dieser Homepage).
Für das leibliche Wohl der Gäste der Veranstaltung sorgte
die Robert Schuman Schule aus Baden-Baden, die zum symbolischen Preis von 1 €
köstliche Flammkuchen zubereitete.
Fazit: eine gelungene, anregende und sehr informative
Veranstaltung, die den anwesenden Schülern des PPG die Berufs- bzw. Studienwahl
sicherlich erleichtert hat.
Zum Zeitungsbericht über die
Feier.
Brigitte Sundmacher