Bundesweiter „EU-Projektag“:
Am PPG stand der
SPD-Politiker Dr. Frank Mentrup (MdL) Schülern der
Oberstufe Frage und Antwort
„Was hat ein Landtagsabgeordneter mit der EU zu tun?“
Diese ebenso berechtigte wie interessante Frage war nur eine unter vielen, die
Dr. Frank Mentrup im Rahmen der zweistündigen Diskussion
schülernah beantwortete. Mentrup, der nun seit fast
einem Jahr als Direktkandidat der SPD für den Wahlkreis 35 (Mannheim-Nord) im
Landtag von Baden-Württemberg sitzt, gelang es, den Schüler der Klassen 11.1,
11.2 und dem Neigungskurs Gemeinschaftskunde der Jahrgangsstufe 13 einen
Eindruck von der Verflechtung der Politik auf der Ebene der EU und der
Landespolitik zu vermitteln.
Deutlich machte er dabei, dass er es für entscheidend halte,
„nicht zum Europapolitiker zu mutieren“, aber sehr wohl die Notwendigkeit
bestehe, als Landespolitiker eine „europäische Denkweise“ anzunehmen.
Auf die Bedeutung einer EU-Verfassung angesprochen,
veranschaulichte er am Beispiel des Öffentlichen Personennahverkehrs in unserer
Region, welche Vorteile eine Verfassung in diesem Bereich ganz konkret bringen
könnte.
Interessiert lauschten die Schüler auch seinen
Ausführungen zum so genannten „Europaausschuss“ im Landtag, der eine relativ
neue Einrichtung sei, aber gleichzeitig die immense Bedeutung der
‚Europapolitik’ für das Land Baden-Württemberg verdeutliche.
Was es bedeutet, dass wir uns „Metropolregion Rhein-Neckar“ nennen durften, machte der SPD- Politiker
ebenfalls sehr anschaulich. Mentrup machte an
zahlreichen Beispielen deutlich, dass es sich nicht um eine ‚alberne’ Eitelkeit
einer Region handelt sich als „Metropolregion“ zu bezeichnen, sondern dass dahinter
ein handfestes regionales Wirtschaftsförderungskonzept der EU stehe. Auf EU-Ebene werde immer weniger in der Einheit ‚Bundesland’
gedacht, sondern immer mehr in der Kategorie ‚Region’. Regionen, die nicht nur
Bundesländer übergreifend wirken, sondern sogar über Ländergrenzen hinweg
definiert sind, wie z.B. die „Region Oberrhein“, die neben Teilen
Süddeutschlands auch Bereiche der Schweiz und unseres Nachbarn Frankreich
einbezieht. Gerade dieser Aspekt wurde zwischen dem Politiker und den Schülern
heiß diskutiert, da auf Schülerseite eine große Gefahr solch eines Konzepts für
wirtschaftlich schwächere Regionen gesehen wurde. Für die Politik sei
entscheidend, dass Regionen mit entsprechenden Kapazitäten im wirtschaftlichen
Bereich in Zukunft gestärkt werden und die Regionen, die schwächer seien durch
entsprechende „Transfersysteme“ unterstützt werden. Mentrup
suchte in diesem Bereich den Vergleich mit dem momentan praktizierten, aber
ebenfalls stark diskutierten „Länderfinanzausgleich“. Trotz allem sehe er auch
die von Schülerseite angesprochene Gefahr, dass die Problematik der
Chancengleichheit in strukturschwachen Regionen in Zukunft ein wichtiges Thema
für die Gesellschaft und vor allem junge Leute sei, die künftig – noch viel
mehr als heute – dort leben müssten, wo es Arbeit gebe und für die das Prinzip
Bildung und Leistung mehr und mehr Bedeutung bekommen werde.
Als weiteres Thema wurde die Problematik der
„Politikverdrossenheit“ angesprochen, der mit dieser Veranstaltung dank eines
engagierten Referenten und kompetenten Gesprächspartners wie Dr. Frank Mentrup sicherlich entgegengewirkt wurde. Die positiven
Rückmeldungen zur Diskussion im Rahmen des bundesweiten „EU-Projekttags“
bestätigten dies jedenfalls und es bleibt zu hoffen, dass die von Mentrup abschließend geäußerte Hoffnung, dass das Thema
„Europa“ künftig nicht nur als „Sonderveranstaltung“ auf der Tagesordnung zu
finden ist, sondern sich eine „neue Kultur der Kommunikation“ zwischen
(EU-)Politik und Gesellschaft etabliert, die dieser Entfremdung wirksam
entgegenwirkt. Denn schließlich geht Politik alle an!
Dr. Simone Staritz


