21 Jahre Frankreichaustausch – 21 ans d’échange linguistique

In der Zeit vom 2. – 12. Mai 2004 fuhr zum 21. Mal eine Gruppe von 27 Achtklässlern des PPG zum Austausch mit dem Collège Louis Grüner nach Roche La Molière, das etwa 6 km von St. Etienne entfernt im Département Loire liegt.
Die Teilnehmer in diesem Jahr waren:
Klasse 8.1: Fresin, Tanja; Isele; Patric; Jesberger, Sandra; Saal, Isabel; Tas, Onur.
Klasse 8.2: Eck, Corinna; Fuchs, Caroline; Hilpert, Felix; Riffel, Leonie; Tomac, Goran; Ziegler, Kira.
Klasse 8.3: Fischer, Oliver; Lang, Christoph; Schaake, Jannik; Tas, Duygu; Weiß, Lena; Wizmirski, Iga.
Klasse 8.4: Birkel, Sebastian; Böh, Carsten; Friedmann, Regina; Helming, Kathrin; Mainka, Marco; Marx; Julian; Merz, Peter; Pazdzierski, Patrick; Ruf, Philipp und Schäfer, Patrick.
Sie wurden von ihren Französischlehrerinnen Frau Silvia Steinbrenner und Frau Brigitte Sundmacher begleitet.

Gastfamilien – Französische Sprache
Während ihres Aufenthaltes wohnten die Schüler in den Familien ihrer jeweiligen Austauschpartner und wurden dort als „Familienmitglied auf Zeit“ herzlich aufgenommen. So konnten sie den französischen Alltag in einer Familie hautnah miterleben und das in manchen Fällen sehr üppige französische Essen genießen; sie stellten auch fest, dass sich das Erlernen der Sprache unseres wichtigsten Handelspartners in Europa absolut lohnt. Im kürzlich erweiterten Europa wird die Beherrschung von mindestens zwei lebenden Fremdsprachen immer wichtiger, und Französisch spricht man nicht nur in Frankreich, sondern auch in Belgien, Luxemburg der französischen Schweiz, in Monaco, Andorra, auf den kleinen Antillen (Martinique und Guadeloupe in der Karibik) sowie in Quebec / Kanada, ja sogar in Louisiana /USA. Die Ergebnisse im Abitur sind im Fach Französisch in der Regel besser als in Englisch und widerlegen so die weitverbreitete Meinung, es handle sich um eine schwere Sprache.
Nachdem der „Sprachschock“ des ersten Abends in den Gastfamilien überwunden war, berichteten viele Schüler ganz begeistert, dass man ihre guten Sprachkenntnisse sehr gelobt hätte und dass die Verständigung täglich besser klappe.
Daneben nahmen die Achtklässler natürlich auch am Unterricht in den verschiedenen Fächern teil und waren danach alle der Meinung, dass sie ihr PPG nicht gegen das französische Schulsystem, in dem die Schüler oft bis 17.30 Uhr Unterricht haben und danach selbstverständlich noch Hausaufgaben machen müssen, tauschen wollten.
Wie jedes Jahr fand im Rathaus von Roche La Molière ein Empfang zu Ehren der Schüler und Lehrer aus Mannheim statt, bei dem alle ein kleines Geschenk zur Erinnerung erhielten.
Auch die lokale Presse brachte einen ausführlichen Bericht unseres Besuchs.
Schüler des PPG und des Collège Louis Grüner beim Empfang


Deutsche und französische Kollegen mit der Bürgermeisterin im Rathaus
Künstlerische Aktivitäten
Gemeinsam mit ihren französischen Austauschpartnern hinterließen die Mannheimer in diesem Jahr ein hoffentlich noch lange sichtbares Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft: sie bemalten im Schulhof des Collège Grüner die vier dort aufgestellten Tischtennisplatten mit eigens dafür entworfenen Bildern, die symbolisch die Verbundenheit unserer beiden Länder zum Ausdruck bringen sollen.
Hier die „Künstler“ und ihre Ergebnisse :

Der gallische Hahn, der „cocerico“schreit und der deutsche Gockel, der „kickeriki“ kräht.
Die Flaggen der beiden Länder


Ausflüge
Daneben gab es natürlich wie jedes Jahr einen Ausflug in die knapp eine Autobusstunde entfernte Stadt Lyon (lat. Lugdunum), in der wir nach dem Besuch des aus dem 1. Jahrhundert vor Christus stammenden römischen Theaters die Altstadt, das Quartier St. Jean mit den herrlichen Renaissancehäusern sowie die „Traboules“ ( lat. trans ambulare = gehen durch, einer Art Verbindungsgänge durch die Häuser, die eine Straße direkt mit einer anderen verbinden) kennen lernten. Durch diese Gänge wurden früher die schweren Seidenballen transportiert, als Lyon noch das wichtigste Zentrum der Seidenherstellung war.
Auch eine Besichtigung des inzwischen stillgelegten Puits Couriot, des Kohlebergwerks von St. Etienne waren Teil unseres Programms; die Kohleförderung war über lange Zeit die wichtigste Industrie der Region und wir konnten uns unter Tage ein Bild von den harten Arbeitsbedingungen der Bergleute im 19. und 20. Jahrhundert verschaffen, von denen uns Herr Fayolle, ein ehemaliger Bergmann dieser Mine schon zuvor aus eigener Erfahrung berichtet hatte.
Um die auf sieben Hügeln gelegene Stadt St. Etienne besser zu erkunden, hatte Madame Benet, die Kunstlehrerin, einen Fragebogen für eine Rallye ausgearbeitet, bei der die Gruppen versuchten, auch mit Hilfe der Passanten, die auf französisch gestellten Fragen zu beantworten.
Daneben kamen sportliche Aktivitäten nicht zu kurz: wir spielten Fußball und Badminton – jeweils in deutsch-französischen Teams. Einen ganzen Tag verbrachten Deutsche und Franzosen gemeinsam im Parc Montaud/ St. Etienne; dort gab es einen Orientierungslauf, einen Mountainbike-Parcours und einen Wettbewerb im Bogenschießen.
Ein besonderer Höhepunkt für alle Schwindelfreien war in diesem Jahr der Parc Amazone, ein Hochseilgarten in St. Jean Bonnefonds. Dort kletterten die Mannheimer wie Tarzan durch die Bäume und hatten viel Spaß dabei.
Als es nach 10 Tagen dann ans Abschiednehmen ging, wären manche der Schüler gerne noch länger in „ihren“ französischen Familien geblieben (Zitat: „Ich will noch nicht heim.“); es flossen einige Tränen, bevor alle wieder im Bus Richtung Mannheim saßen.
Zum Glück gibt es im Juni bereits ein Wiedersehen, wenn die Rouchons (Einwohner von Roche La Molière) zum Gegenbesuch nach Mannheim kommen.

ãBrigitte Sundmacher