Spurensuche – Die Kinder von Izieu

Ausstellung vom 2.7.-23.7.2004

am Peter-Petersen-Gymnasium

Am Gründonnerstag, dem 6. April 1944, ließ der Gestapo-Chef von Lyon Klaus Barbie in einem Kinderheim im ca. 50 km entfernten Izieu 44 jüdische Kinder verhaften, die hier seit 1943 unerkannt gelebt hatten. Wenige Tage später wurden sie nach Auschwitz verschleppt und dort ermordet. Unter den Opfern befanden sich auch vier Mannheimer Kinder.

Auf Anregung der französischen nationalen Gedenkstätte Maison d’ Izieu – Mémorial des Enfants Juifs Exterminés und mit Unterstützung des Mannheimer Stadtarchivs machten sich seit Herbst 2001 Projektgruppen der Integrierten Gesamtschule Mannheim-Herzogenried, des Elisabeth-Gymnasiums und des Ludwig-Frank-Gymnasiums, Mannheim, sowie des Lycée Saint Marc, Lyon, auf die Suche nach Spuren von Sami Adelsheimer, Max Leiner, Fritz Löbmann und Otto Wertheimer.

Dabei lag der Schwerpunkt der deutschen Gruppen auf den Lebensumständen und dem Schicksal der Mannheimer Kinder bis zur Deportation nach Gurs im Oktober 1940. Ihr weiteres Schicksal in Frankreich und ihre dortigen Lebensumstände wurden von den französischen Schülerinnen erforscht. Beide „Geschichten“ münden in die Verschleppung nach Auschwitz und die Ermordung der Kinder. Die Ergebnisse der Spurensuche und die zwei unterschiedlichen nationalen Perspektiven wurden bei einer Begegnung in Izieu und bei gemeinsamen Reisen nach Rivesaltes und Auschwitz ausgetauscht.

Aus dieser Zusammenarbeit entstand die Ausstellung, die Sie in den nächsten drei Wochen am Peter-Petersen-Gymnasium im Foyer des Verwaltungstraktes sehen können. Führungen können nach Absprache mit Frau Hein erfolgen.   

U. Hein