Studienfahrt nach Trier  (Lateinschüler der Klassen 8)


Auf Spuren der alten Römer machten wir, die Lateiner der Klassenstufe 8 des PPG, zusammen mit Frau Nowak, Herrn Schäfers, Frau Neugeborn-Keller und Herrn Platz vom 2. - 4. Mai eine interessante Studienfahrt nach Trier und Umgebung. Gleich auf der Hinfahrt besuchten wir auf einem Zwischenstopp in Schwarzenacker (Saarland) ein Römer-Museum (1, 2). Dort gab es ziemlich viel zu sehen, und man konnte sich recht gut vorstellen, wie die Römer in den alten Zeiten gelebt hatten. Man konnte in verschiedene Häuser gehen und sogar auch in eine Taverne, einen Schnell-Imbiss der Römerzeit, und einen Keller. Alles war genauso nachgebaut, wie es wahrscheinlich in Wirklichkeit auch war, also so, wie die Grundrisse verliefen, die man ausgegraben hatte.

     

In einer römischen Bäckerei (4, 5) konnte man zwei römische Öfen sehen. In einem der Häuser war  besonders gut zu erkennen, wie die Römer heizten, nämlich mit einem „Hohlraum unter dem Boden“: Unter dem eigentlichen Boden im Haus war ein Hohlraum, in den warme Luft von einer Feuerstelle durch ein Loch in der Wand geleitet wurde. Das war dann wie eine Bodenheizung. Doch die warme Luft wurde auch durch die Wand geführt, sodass es rundum warm war. Als sich einmal ein Hund in diesen Hohlraum verirrt hatte, musste er mit seinem Leben bezahlen. 

   

In Schwarzenacker, das erzählte uns unsere Führerin, ist und bleibt es immer spannend. Immer wenn dort irgendwo gegraben wird,  findet man viele römische Hinterlassenschaften; von Werkzeugen über Münzen, Tassen und sonstigem Besteck  bis hin zu Knochen und Ähnlichem. Schade war, dass das Freilicht-Museum ziemlich klein ist und unser Rundgang sehr schnell vorbei war. Doch nach der Führung konnten wir noch in das Museum gehen, in dem es allerdings nicht so besonders viel zu sehen gab. Man konnte außer Tassen, Tellern, Gefäßen, Besteck und ähnlichen Sachen, eigentlich nicht viel Interessantes sehen.

Nach einer Mittagspause, in der wir uns durch Speis´ und Trank stärkten und von den Anstrengungen des Vormittags ausruhten, ging die Fahrt weiter nach Weiskirchen , wo wir in der Jugendherberge unsere Unterkunft hatten. Dort angekommen, war jeder erst einmal froh und erleichtert, denn die Fahrt hat sich irgendwie schon ziemlich hingezogen. Nachdem wir alle unsere Betten bezogen hatten und in unserem Zimmer fertig waren, durften wir noch raus. Bis 18.00h – da gab es Abendessen. Danach hielten eine Schülerin und ein Schüler ihre Referate über Trier , da wir am nächsten Tag schließlich nach Trier wollten. Ja, und dann war schon ziemlich schnell die Nacht da (die wir zum Tag machten - aber so leise, dass es unsere Lehrer nicht merkten!?)  

        

Doch am nächsten Tag ging alles erst richtig los. Für unsere Vorstellungen viel zu früh, gab es schon um 8h Frühstück – was wieder „früh aufstehen“ bedeutete. Aber wir sollten  schon um 11h in Trier sein, um dort eine Führung zu machen.

Schon im Jahre 16 v. Chr. hatte der römische Kaiser Augustus die keltische Siedlung der Treverer an der Ostgrenze des Römischen Reiches zur Stadt gemacht. Ihm zu Ehren hatte sie den Namen „Augusta Treverorum“  erhalten. Das römische Trier erlebte Blütezeiten, war sogar zeitweilig Kaiserresidenz, wurde aber auch oft zerstört und verlor seine Bedeutung.   Heute jedoch können wir uns an vielen römischen Überresten erfreuen.

Unsere Führung begann an der Porta Nigra (11, 15).  

       

Dort nahmen uns zwei „alte Römerinnen“ (12, 13, 14, 19) in römischer Kleidung in Empfang, um uns ihre Stadt zu zeigen. Die Porta Nigra, die schwarze Pforte, war ein altes römisches Stadttor, das nicht erst in den letzten Jahren  durch Umweltverschmutzung schwarz geworden war. Im Mittelalter  war das Tor zur Kirche mit drei Etagen umgebaut und so vor dem Verfall gerettet worden. Als die Porta Nigra noch als Tor genutzt wurde, war es sehr nützlich zur Verteidigung. Nachdem der Feind in das Tor eingedrungen war, schloss man die Tore zu beiden Seiten und der Feind musste sehr leiden, denn er wurde mit Teer und Federn beschüttet oder man warf mit Steinen auf ihn. Wenn das trotzdem jemand überlebt hatte, dann warf man ihn im Amphitheater den wilden Tieren zum Fraß vor.

     

Weiter gingen wir auch zur bzw. in die Konstantins-Basilika, dem „Thronsaal“ des Kaisers Konstantin, der heute eine evangelische Kirche beherbergt. Das Gebäude ist nach römischer Art ganz aus Ziegelsteinen, die ursprünglich verputzt und bemalt waren. Man kann heute noch Farbreste an den Fensternischen erkennen.  Früher diente  dieses riesige  Gebäude  als Empfangshalle  für die römischen Kaiser. Die Größe verfolgte eine Absicht: Wenn sich beispielsweise jemand bei dem Kaiser beschweren wollte und durch diese gewaltige prunkvolle Halle ging, direkt auf den mächtigsten Mann der damaligen Zeit zu, da vergaß manch einer schon mal, was er eigentlich sagen wollte.

       

 Nachdem uns der Führer einer anderen Gruppe durch seinen Gesang die Akustik der Basilika demonstriert hatte, gingen wir weiter zu den Kaiserthermen (26, 27, 28), den römischen Bädern, die eine beliebte Freizeitbeschäftigung ermöglichten. Männer und Frauen badeten getrennt. Sie badeten sogar zu unterschiedlichen Zeiten. Es wurde uns sehr viel erzählt über das römische Alltagsleben. Wir erfuhren zum Beispiel, dass auch die Römer schon eine Art Fußball oder andere Ballspiele kannten. Die Bälle damals waren auch schon aus Leder.  Gemerkt haben wir uns auch gut, was unsere Führerin über die Toiletten der Römer zu erzählen wusste: Sie unterschieden sich in mancher Hinsicht  von unseren. Die Klobrille war meistens aus Marmor. Die „besseren“ Leute schickten ihre Sklaven schon mal vor, um die Klobrille vorzuwärmen. Die öffentlichen Toiletten waren nicht voneinander getrennt. Dort unterhielt man sich und schloss dabei so manches Geschäft ab.  Daher kommt auch der bekannte Ausdruck „sein Geschäft  verrichten“!

   

Nach unserem Besuch in den Thermen hatten wir etwas Freizeit und wir durften in kleinen Gruppen Trier erkunden und eigene Eindrücke der Stadt (20, 21, 22, 23, 24, 25) sammeln. Bei den meisten von uns stand natürlich nun das leibliche Wohl im Vordergrund, und McDonald´s wurde vorübergehend zur interessantesten Sehenswürdigkeit! Dass aber einige sehr von der Römerzeit beeindruckt waren, zeigte sich darin, dass sie nun sogar auf eigene Faust das Amphitheater besuchten! Später trafen wir uns wieder vor dem Dom (wir stellen fest, dass inzwischen jeder weiß, was ein Dom ist!!) Nur sehr wenige von uns hatten kein Interesse, sich den Dom auch von innen anzusehen. Dort waren besonders die Deckengemälde beeindruckend.

 

   

Nach der doch anstrengenden Stadtbesichtigung fuhr uns der Bus wieder nach Weiskirchen. Wir alle fanden Trier sehr interessant und können einen Ausflug in die Stadt nur empfehlen.  

Selina Haingärtner 8.3/ Priska Nowak