Studienfahrt nach Trier (Lateinschüler der Klassen 8)
In einer römischen
Bäckerei (4, 5) konnte man
zwei römische Öfen sehen. In einem der Häuser war besonders gut zu erkennen,
wie die Römer heizten, nämlich mit einem „Hohlraum unter dem Boden“: Unter dem
eigentlichen Boden im Haus war ein Hohlraum, in den
warme Luft von einer Feuerstelle durch ein Loch in der Wand geleitet wurde. Das
war dann wie eine Bodenheizung. Doch die warme Luft wurde auch durch die Wand
geführt, sodass es rundum warm war. Als sich einmal
ein Hund in diesen
Hohlraum verirrt hatte, musste er mit seinem Leben bezahlen.
In Schwarzenacker, das
erzählte uns unsere Führerin, ist und bleibt es immer spannend. Immer wenn dort
irgendwo gegraben wird, findet man viele römische Hinterlassenschaften; von
Werkzeugen über Münzen, Tassen und sonstigem Besteck bis hin zu Knochen und
Ähnlichem. Schade war, dass das Freilicht-Museum ziemlich klein ist und unser
Rundgang sehr schnell vorbei war. Doch nach der Führung konnten wir noch in das
Museum gehen, in dem es allerdings nicht so besonders viel zu sehen gab. Man
konnte außer Tassen, Tellern, Gefäßen, Besteck und ähnlichen Sachen, eigentlich
nicht viel Interessantes sehen.
Nach einer Mittagspause,
in der wir uns durch Speis´ und Trank stärkten und von den Anstrengungen des
Vormittags ausruhten, ging die Fahrt weiter nach
Weiskirchen , wo
wir in der Jugendherberge unsere Unterkunft hatten. Dort angekommen, war jeder
erst einmal froh und erleichtert, denn die Fahrt hat sich irgendwie schon
ziemlich hingezogen. Nachdem wir alle unsere Betten bezogen hatten und in
unserem Zimmer fertig waren, durften wir noch raus. Bis 18.00h – da gab es
Abendessen. Danach hielten eine Schülerin und ein Schüler ihre Referate über
Trier , da wir am nächsten Tag schließlich nach Trier wollten. Ja, und dann war
schon ziemlich schnell die Nacht da (die wir zum Tag machten - aber so leise,
dass es unsere Lehrer nicht merkten!?)
Doch am nächsten Tag ging
alles erst richtig los. Für unsere Vorstellungen viel zu früh, gab es schon um
8h Frühstück – was wieder „früh aufstehen“ bedeutete. Aber wir sollten schon um
11h in Trier sein, um dort eine Führung zu machen.
Schon im Jahre 16 v. Chr.
hatte der römische Kaiser Augustus die keltische Siedlung der Treverer an der
Ostgrenze des Römischen Reiches zur Stadt gemacht. Ihm zu Ehren hatte sie den
Namen „Augusta Treverorum“ erhalten. Das römische Trier erlebte Blütezeiten,
war sogar zeitweilig Kaiserresidenz, wurde aber auch oft zerstört und verlor
seine Bedeutung. Heute jedoch können wir uns an vielen römischen Überresten
erfreuen.
Unsere Führung begann an
der Porta Nigra (11, 15).
Dort nahmen uns zwei
„alte Römerinnen“ (12, 13,
14, 19) in römischer Kleidung in Empfang, um uns ihre Stadt zu
zeigen. Die Porta Nigra, die schwarze Pforte, war ein altes römisches Stadttor,
das nicht erst in den letzten Jahren durch Umweltverschmutzung schwarz geworden
war. Im Mittelalter war das Tor zur Kirche mit drei Etagen umgebaut und so vor
dem Verfall gerettet worden. Als die Porta Nigra noch als Tor genutzt wurde,
war es sehr
nützlich zur Verteidigung. Nachdem der Feind in das Tor eingedrungen war,
schloss man die Tore zu beiden Seiten und der Feind musste sehr leiden, denn er
wurde mit Teer und Federn beschüttet oder man warf mit Steinen auf ihn. Wenn das
trotzdem jemand überlebt hatte, dann warf man ihn im Amphitheater den wilden
Tieren zum Fraß vor.
Weiter gingen wir auch zur
bzw. in die Konstantins-Basilika, dem „Thronsaal“ des Kaisers
Konstantin, der heute eine evangelische Kirche beherbergt. Das Gebäude
ist nach römischer Art ganz aus Ziegelsteinen, die ursprünglich verputzt und
bemalt waren. Man kann heute noch Farbreste an den Fensternischen erkennen.
Früher diente dieses riesige Gebäude als Empfangshalle für die römischen
Kaiser. Die Größe verfolgte eine Absicht: Wenn sich beispielsweise jemand bei
dem Kaiser beschweren wollte und durch diese gewaltige prunkvolle Halle ging,
direkt auf den mächtigsten Mann der damaligen Zeit zu, da vergaß manch einer
schon mal, was er eigentlich sagen wollte.
Nachdem uns der
Führer einer anderen Gruppe durch seinen Gesang die Akustik der Basilika
demonstriert hatte, gingen wir weiter zu den Kaiserthermen (26,
27, 28), den römischen
Bädern, die eine beliebte Freizeitbeschäftigung ermöglichten. Männer und Frauen
badeten getrennt. Sie badeten sogar zu unterschiedlichen Zeiten. Es wurde uns
sehr viel erzählt über das römische Alltagsleben. Wir erfuhren zum Beispiel,
dass auch die Römer schon eine Art Fußball oder andere Ballspiele kannten. Die
Bälle damals waren auch schon aus Leder. Gemerkt haben wir uns auch gut, was
unsere Führerin über die Toiletten der Römer zu erzählen wusste: Sie
unterschieden sich in mancher Hinsicht von unseren. Die Klobrille war meistens
aus Marmor. Die „besseren“ Leute schickten ihre Sklaven schon mal vor, um die
Klobrille vorzuwärmen. Die öffentlichen Toiletten waren nicht voneinander
getrennt. Dort unterhielt man sich und schloss dabei so manches Geschäft ab.
Daher kommt auch der bekannte Ausdruck „sein Geschäft verrichten“!
Nach unserem Besuch in den
Thermen hatten wir etwas Freizeit und wir durften in kleinen Gruppen Trier
erkunden und eigene Eindrücke der Stadt (20,
21, 22,
23, 24, 25) sammeln. Bei den meisten von uns
stand natürlich nun das leibliche Wohl im Vordergrund, und McDonald´s wurde
vorübergehend zur interessantesten Sehenswürdigkeit! Dass aber einige sehr von
der Römerzeit beeindruckt waren, zeigte sich darin, dass sie nun sogar auf
eigene Faust das Amphitheater besuchten! Später trafen wir uns wieder vor dem
Dom (wir stellen fest, dass inzwischen jeder weiß, was ein Dom ist!!) Nur
sehr wenige von uns hatten kein Interesse, sich den Dom auch von innen
anzusehen. Dort waren besonders die Deckengemälde beeindruckend.
Nach der doch
anstrengenden Stadtbesichtigung fuhr uns der Bus wieder nach Weiskirchen. Wir
alle fanden Trier sehr interessant und können einen Ausflug in die Stadt nur
empfehlen.
Selina Haingärtner 8.3/
Priska Nowak