Einführungsrede
Schon seit etlichen Jahren sind am PPG Kunstausstellungen im Schulalltag fest verankert - genauso wie musikalische oder sportliche Beiträge, Theateraufführungen, Kleinkunstbühne, Jugend forscht und vieles mehr. Schülerarbeiten jedoch in einer Galerie auszustellen, ist allerdings eine Premiere!
Das Motto dieser Ausstellung lautet 'Farben, Formen' - wie man der Einladung oder dem Plakat entnehmen kann. Die Farbe Blau spielt auch noch eine Rolle, und dann ist da auch ein schlichter Stuhl aufgezeichnet - alle vier Dinge zusammen wecken vielleicht die Neugier auf diese ganz besondere Ausstellung.
‚Farben, Formen'? Bedeutet das jetzt 'Farben und Formen' oder das 'Formen von Farben'? Beides ist gleichermaßen möglich!
Zum ersten ist zu sagen, dass hierbei die Formen und Farben kooperieren, zusammenarbeiten, Hand in Hand, d.h. auch: sie reagieren aufeinander, sie spielen miteinander; wer hat das Sagen, wer gewinnt die Oberhand in einem Bild, oder ist ein Gleichgewicht vorhanden?
Keine ist ohne die andere denkbar!
Im Falle der Reliefs (>) mag der Zufall nun Sperrholzreste bescheren, die zuerst zu einer Komposition zusammenwandern und nun eine Farbentsprechung brauchen, zur Unterstützung, aber auch zum Kontrast!
Oder die gewachsenen Strukturen einer Landkarte geben Leitlinien vor für eine Farb-Flächen-Komposition, die ich aus der Phantasie so nie finden oder erfinden würde!
Bei beiden Themen - Relief wie Landkarte - hat die Gegenständlichkeit wie wir sie kennen und suchen im Bild - nichts zu sagen: Farben und Formen sprechen für sich!
Auf die Teile und Flächen eines Holzstuhls mit Farbe zu reagieren, bedarf einer ganz eigenen Sensibilität: Das starre geometrische Gerüst will mit der malerischen Phantasie kooperieren, d.h. es will nicht einfach nur angemalt werden, sondern Form und Farbe müssen einen Zusammenklang geben!
Das zweite, die Tätigkeit des Formens von Farben - das reine Malen also - ist sicher der schwierigere Prozess: Ein Versuch der Gestaltgebung, der oft geleitet wird von bekannten gegenständlichen Formen, beschreibbaren Formen, wobei jedoch oft ganz neue unbekannte Strukturen im Bild entstehen, die nicht ohne weiteres zu definieren oder zu benennen sind.
Hier beginnt allein die Sprache der Farben - wie sie ineinander fließen oder sich abgrenzen, wie sie nach vorne drängen oder in die Tiefe des Raums entschwinden, wie sie ihre Stimmung wechseln oder wie sie einfach nur als schlichte Farbfläche auf uns wirken.
Wenn wir uns das Farbspektrum vorstellen, ist aber die Begreifbarkeit der verschiedenen Farben sehr unterschiedlich: 'Rot'- hier bin ich, absolute Präsenz; 'Gelb'- strahlend, hell, kaum zu übersehen.
Allein das 'Blau' ist ungreifbar in seiner Tiefe, es entzieht sich. Wohl daher haben Künstler wie Maler, Musiker, Dichter zu jeder Zeit immer wieder dieser Farbe nachgespürt und ihre Besonderheit zu ergründen versucht.
'Blaue Bilder' - sie sind der Grundstock dieser Ausstellung.
Bildergalerie