Vorbild – Schrecken- Faszination

Wie viel  Frankreich steckt in Mannheim?

 

Anlässlich des 400 jährigen Stadtjubiläums besuchten am 3. Juli die Klassen 10.3 /10.4 mit Frau Sundmacher sowie am 4. Juli die Klasse 10.2 mit Frau Zimmermann die Ausstellung in der Universitätsbibliothek Mannheim.

Diese Ausstellung, die durch Studierende der Romanistik und Geschichte erarbeitet worden

war, bot vielfältige Einblicke in die Themenbereiche Stadtgeschichte, Religion, Schloss-  und Gartenarchitektur, Hofleben, Musik und Theater, Verlagswesen und Literatur sowie den Sprachgebrauch der Mannheimer

Durch die Ausstellung führte uns Herr Wimmer, einer der Initiatoren dieser Ausstellung.

 

Brigitte Sundmacher

 

 

Bilder und Schülerberichte:

 

Laura Popp 10.3

Vorbild-Schrecken-Faszination

Wie viel Frankreich steckt in Mannheim?

Am Dienstag Nachmittag trafen wir, die Französischklasse der 10.3 und 10.4, uns an der Uni Mannheim. Denn heute hatten wir mal keinen Französisch-Nachmittagsunterricht, sondern besuchten mit unserer Lehrerin Fr. Sundmacher die Ausstellung „Vorbild-Schrecken-Faszination / Wie viel Frankreich steckt in Mannheim?". An der Uni begrüßte uns dann ein netter Student mit dem Namen Daniel Wimmer. Zuerst ließ er uns selbst ein wenig nachdenken und stellte uns die Aufgabe einmal alle Zusammenhänge aufzuschreiben, die uns zwischen Frankreich und Mannheim einfielen. Am meisten wurde dabei natürlich das Mannheimer Schloss genannt, welches nach dem Vorbild von Versailles gebaut wurde. Nach dieser kurzen Einführung ging es dann auch schon los und wir gingen in die Universitätsbibliothek, wo einige Stellwände aufgebaut waren. Der Vortrag begann natürlich bei der Gründung Mannheims 1606 durch Kurfürst Friedrich IV. Dieser baute Mannheim gut geschützt zwischen den Rhein und den Neckar. Jetzt fehlten ihm nur noch die Einwohner, welche er z.B. mit der Abschaffung des Frondienstes, kostenloser Flächenbebauung und billigem Baumaterial anlockte. So sahen wir ein original Werbeplakat für die Stadt Mannheim, was man sich heute gar nicht mehr vorstellen kann.

Am Anfang lief für Mannheim alles prächtig, doch schon nach 16 Jahren, als Mannheim also so alt war wie wir, war es schon das erste total zerstört. Und dies wiederholte sich einige inale, es wurde immer wieder aufgebaut und erneut zerstört; so hatte Mannheim also eine schwere Zeit zu bewältigen. Doch ließ sich Mannheim, durch Hilfe von einzelnen Leuten, die sich für diese Stadt immer wieder einsetzten, nie unterkriegen. Als es dann wieder einmal neu aufgebaut wurde, warb man wieder um Einwohner. Diesmal erlaubte man ihnen die Religionsfreiheit, was zu dieser Zeit wirklich nicht üblich war. Und so strömten die Leute vor allem aus Frankreich, wo sie wegen ihrer Religion verfolgt wurden, nach Mannheim. So hatte Mannheim zu dieser Zeit mehr französische als deutsche Einwohner, was wirklich keiner von uns erwartet hatte. Aus diesem Grund wurde natürlich auch mehr französisch als deutsch gesprochen, was einige von uns nun wirklich schockte.

Als nächstes begegnete uns die Liselotte von der Pfalz, die unser schönes Mannheim so sehr liebte. Jedoch wurde sie nach Frankreich verheiratet, wo es ihr nun überhaupt nicht gefiel. Als dann ihr Vater starb, beanspruchten die Franzosen die Pfalz. Als man sie ihnen jedoch verwehrte, begann erneut ein Krieg, in dem nicht nur Mannheim, sondern die ganze Pfalz verwüstet wurde. Da blutete Liselotte das Herz und sie schrieb viele verzweifelte Briefe, von denen wir einige sahen und lasen.

Auch Voltaire spielte eine Rolle für Mannheim. Er ließ nämlich 1762 „Olympie", eins seiner Stücke, in Mannheim uraufführen, was damals eine Revolution war, da man alle Stücke in Paris uraufführen ließ.

Gegen Ende der Ausstellung kamen wir nun auf die französischen Spuren in der deutschen Sprache zu sprechen. So erfuhren wir z.B. dass das, vor allem bei der Jugend bekanntem Wort, „alla" von dem französischen Wort „aller" kommt.

Doch der krönende Abschluss war natürlich das lang erwartete Mannheimer Schloss. Wie die meisten von uns schon wussten, wurde es 1720 nach dem prächtigen Schloss aus Versailles erbaut. Es hat ähnliche Grundrisse wie sein Vorbild, jedoch reicht es an diese enorme Größe nicht heran. Und doch konnten wir die Franzosen übertrumpfen. Von Bedeutung waren damals nämlich die Anzahl der Fenster, mit der wir Versailles überbieten konnten.

Und mit diesem Trumpf endete dann auch der Vortrag von Hr. Wimmer, der diese Führung so spannend und frisch gestaltet hatte, dass wir ihm begeistert zuhörten und viele interessante Dinge über unsere Heimatstadt erfuhren.

 

 

Klaus-Peter Becker                                                                           

Vorbild-Schrecken-Faszination
Frankreichs Einflüsse auf das Mannheim des 17. und 18. Jhd.

Am Dienstag den 03.07.07 haben wir (die Klassen 10.3 und 10.4) im Rahmen des Französischunterrichts, zusammen mit Frau Sundmacher die Ausstellung „Vorbild - Schrecken - Faszination, Wie viel Frankreich steckt in Mannheim?" besucht. Im Zentrum der Ausstellung steht die Rolle der französischen Sprache und Kultur in der Geschichte Mannheims. Im Folgenden möchte ich einige Bei­spiele ausführen, wie und warum Mannheims Kultur, Sprache, Architektur und vieles mehr von Frankreich beeinflusst wurde.

1607 von Kurfürst Friedrich IV , als Festung an der Grenze der protestantischen Kurpfalz, gegründet wurde Mannheim mehrmals in seiner Geschichte komplett zerstört. Durch die großzügigen Privilegien, die ihm Friedrich verlieh und die durch seinen Enkel noch einmal erweitert wurden, entwickelte sich Mannheim, nicht zuletzt durch seine günstige Lage, zu einer bedeutenden Handelsstadt. Gleichzeitig wurde es zur Zufluchtstätte für religiös Verfolgte aus den Nieder­landen, der Schweiz und eben aus Frankreich. Diese „Multikultipolitik" prägte Mannheim nachhaltig.

Das Mannheimer Schloss, welches nach dem Beispiel von Versailles errichtet wurde, ist nur ein Beispiel dafür, wie Frankreichs Mannheim prägte. Da in Mannheim, eine für jene Zeit extrem fortschrittliche, Glaubensfreiheit herrschte und jede Glaubensrichtung Anspruch auf eine eigene Kirche mit einem, von der Stadt bezahlten, Pfarrer und Lehrer hatte, ist auch in diesem Sinn der Einfluss auf die Architektur der Stadt nicht zu übersehen.

Viele umgangssprachliche Wörter, wie das allseits bekannte und verwendete „älla", haben ihre Wurzeln ebenfalls im Französischen.

 

Julia Hilpert 10.3                     

Der Einfluss Frankreichs auf Mannheim

 

März 1606:

Kurfürst Friedrich IV legt den Grundstein zum Bau der Friedrichsburg, sie sollte eine Festung zur

Sicherung des Protestantismus gegen die vorrückende Gegenreformation werden.

24. Januar 1607:

„Freyheiten und Begnadigungen", 13 Artikel in denen der Kurfürst zahlreiche Rechte gewährt und

von Lasten befreit, sollen Menschen anlocken, sich in Mannheim niederzulassen. Durch diese

bekommt Mannheim das Stadtrecht.

1619:

Nach dem Tod Friedrichs IV bekommt sein Sohn Friedrich V die böhmische Königskrone. Sein

„Winterkönigtum" ist jedoch schon nach einem Jahr beendet und er flieht mit seiner Gemahlin

Elisabeth Stuart ins Exil nach Holland.

2. November 1622:

Nach 5 Wochen der Belagerung durch den Heerführer der Katholiken Tilly kapituliert Mannheim, bis

zum Ende des 30jährigen Kriegs (1618-1648) wird es mehrmals besetzt und verwüstet.

1652:

Karl Ludwig, der Sohn Friedrichs V, erneuert die Stadtprivilegien. Diese beschreiben die Lage

Mannheims nach dem Krieg und sollen beim Wiederaufbau helfen, indem sie neue Bürger anlocken.

Aus welchen Ländern diese kommen sollen, zeigen die Sprachen in denen sie verfasst wurden:

Deutsch, Französisch, Niederländisch und Latein.

 

1685:

Fünf Jahre nach dem Tod des Vaters Karl Ludwig stirbt Kurfürst Karl II ohne Nachfolger. Frankreich

stellt Erbansprüche für Liselotte von der Pfalz, welche die Schwester des verstorbenen Kurfürsten und

die Schwägerin des Sonnenkönigs Louis XIV ist. So beginnt der Pfälzische Erbfolgekrieg.

12. November 1688:

Mannheim kapituliert nach tagelangem Beschuss.

1689:

Mannheim wird auf Befehl Louis XIV vor Abzug der französischen Truppen vollständig zerstört.

1690-1720:

Der Friede von Rijswijk regelt die Zukunft der Pfalz und somit auch Mannheims. Die Kurfürsten

Philipp Wilhelm und Johann Wilhelm erneuern die Stadtprivilegien und bauen Stadt und Festung

wieder auf.

1720:

Mannheim wird Residenzstadt

Schmelztigel Mannheim zwischen 1652 und 1689:

In Mannheim lebte damals keine Bevölkerungsgruppe isoliert oder zurückgezogen und jeder war Teil des Ganzen. Die gemeinsamen Anstrengungen der Deutschen sowie Franzosen, Katholiken sowie Reformierten und Juden führten die Stadt wieder zu neuer Blüte, wie Karl Ludwig sich dies 1652 erhofft hatte.

Liselotte von der Pfalz:

Die Tochter der Kurfürsten Karl I Ludwig wurde im Alter von 19 Jahren mit Philippe I, Herzog von Orleans und Bruder Louis XIV verheiratet. Obwohl Frankreich laut Ehevertrag keinen Anspruch auf die Pfalz hatte, erhob Louis XIV diesen doch nach dem Tod Karl II, was zum Pfälzischen Erbfolgekrieg führte. Liselotte von der Pfalz litt sehr darunter, dass in ihrem Namen Mannheim besetzt und verwüstet wurde.

Alamode Stil:

Der Alamode Stil ist eine Mischung der deutschen und französischen Spracher Ein gutes Beispiel hierfür sind die Briefe der Liselotte von der Pfalz, in welchen sie pfälzische Umgangssprache mit französischen Wörtern und Redewendungen mischt. Ungefähr die Hälfte der damals entlehnten Wörter sind bis heute in der deutschen Sprache erhalten geblieben. Bsp.: adressieren, amüsieren, brillieren, continuierlich, absolut, mine, roman, banquier, troupen. Carl IV Theodor:

Unter der Herrschaft dieses intelligenten, wissbegierigen, deutschen Kurfürsten erlebte Mannheim eine Blütezeit der Künste, der Literatur und des Theaters. Doch trotz seiner aufgeklärten Sichtweißen war das höfische Leben immer noch geprägt von absolutistischen Wertevorstellungen. Carl IV Theodor war stets bemüht, den Glanz der Hofgesellschaft durch französische Literaten, Philosophen und Gelehrte zu steigern. Voltaire besuchte ihn zwei Mal (1753 und 1758) in seiner Sommerresidenz in Schwetzingen. Zu dieser Zeit wurden in Mannheim auch viele französische Zeitungen gedruckt.

Französische Spuren im Mannheimer Dialekt:

Durch die Nähe Mannheims und die Emigranten in Mannheim wurden viele Ausdrücke aus

Frankreich in unseren Dialekt aufgenommen, wie z.B. die Abschiedsformel „alla!", die von allez oder

allons kommt. Weitere Beispiele:

Chaise-longue (Sofa)

Trottoir (Bürgersteig)

celle (diese)

Malheur (Unglück)

Taille (Hüftumfang)

Am Dienstag den 03.07.07 machten die Klassen 10.3 und 10.4 des Peter-Petersen Gymnasiums eine Exkursion in die Ausstellung „Vorbild, Schrecken, Faszination -Wie viel Frankreich steckt in Mannheim?", die in der Universitätsbibliothek aufgebaut und noch bis zum S.Juli 07 zu besichtigen ist. Ein Student, der auch an der Aussteilung mitgearbeitet hat, führte uns von Tafel zu Tafel und berichtete uns auf eine nette Art und Weise über Themen wie z.B. die Stadtgeschichte, Schlossarchitektur, Theater, Literatur, Sprache u.s.w. Selbstverständlich hatte dies alles auch etwas mit Frankreich bzw. der französischer, Sprache zu tun, denn schließlich ließen wir unseren wertvollen Französischunterricht dafür ausfallen. Angefangen damit, dass Kurfürst Friedrich IV. im Jahre 1607, Mannheim gründete, erlebte die Stadt in diesen 400 Jahren bis heute Zerstörung und Verwüstung, aber auch wirtschaftliches und kulturelles Wachstum. Nun aber zur Verbindung zu Frankreich zurück. Nicht nur, dass damals religiös verfolgte Franzosen in die „Quadratestadt" flüchteten und ein Schauspiel von Voltaire am kurpfälzischen Hoftheater uraufgeführt wurde, sondern auch heute noch ist FrankreichsFlair in Mannheim zu spüren. Das Versailler Schloss diente als Vorbild für unser Mannheimer Schloss, aber was eigentlich noch viel wichtiger ist, ist unser Dialekt, denn auch im sprachlichen Bereich schlug sich der Aufenthalt der Franzosen nieder. Das wohl berühmteste Beispiel, was auch bestimmt jeder Mannheimer schon einmal gesagt hat, ist „Aiia"! Nein das hat nichts mit dem muslimischen Gott „Allah" zu tun, sondern stammt einfach vom französischen Verb „aller" (gehen) ab! Also wenn Sie sich trotz des 400jährigen Stadtjubiläum immer noch nicht so gut in der Mannheimer Geschichte auskennen, dann wäre es Zeit etwas für ihr „genera! knowledgeu zu tun. Vor allem wenn Sie vielleicht noch ein wenig mehr über diese faszinierende Verbindung Mannheims zu Frankreich wissen wollen, ist der Besuch der Ausstellung auf jeden Fall empfehlenswert.

 

Carina Angeli

 

 

 

 

 

Vorbild, Schrecken, Faszination

Wie viel Frankreich steckt in Mannheim?

Am 03.07.2007 hatten wir, die Französischklasse 10.3/10.4, die Chance die Ausstellung „Vorbild, Schrecken, Faszination- Wie viel Frankreich steckt in Mannheim?" zu besuchen. Diese Ausstellung wurde von 40 Studenten der Universität Mannheim aufgebaut und befand sich in der Universitätsbibliothek. Die Führung gestaltete Herr Wimmer

Zu Anfang der Führung stellte Herr Wimmer  uns erst mal eine Aufgabe, um einen Eindruck

zu bekommen, wie viel wir schon über das Thema wissen. In kleinen Gruppen sollten wir die Einflüsse sammeln, die Frankreich auf Mannheim hatte. Die dabei genannten Themengebiete waren Kunst, Literatur, das Leben am Hof und das Mannheimer Schloss dem das Versailler Schloss als Vorbild gedient hat. Danach begann die eigentliche Führung. Mannheim feiert dieses Jahr sein 400. Jubiläum, obwohl der Grundstein der Stadt schon im Jahre 1606 gelegt wurde. Das liegt daran, dass im Jahre 1607 Kurfürst Friedrich der IV. die ersten Stadtprivilegien ausstellte, um Zuwanderer aus ganz Europa anzuziehen. Diese Stadtprivilegien wurden aus diesem Grund in vier Sprachen abgedruckt, nämlich deutsch, lateinisch, niederländisch und französisch. Den Einwanderern wurden Privilegien wie zum Beispiel Befreiung vom Frondienst, 20 Jahre Steuererlass und ein Grundstück zum Bauen angeboten. Auch, dass er die Ausübung anderer Religionen neben seiner eigenen duldete, machte Mannheim zu einem interessanten Ziel für religiös Verfolgte. Dadurch erhöhte sich die Einwohnerzahl von Mannheim beträchtlich.

Im Jahre 1619 wurde Kurfürst Friedrichs Sohn Friedrich V. zum König von Böhmen gekrönt. Er erhielt den Beinamen „Winterkönig", da seine Amtszeit nur ein Jahr betrug. Denn in dem Versuch die Kurpfalz als führende protestantische Macht im römischen Reich zu positionieren, stellte er sich gegen den Kaiser. Sein politisches Handeln war einer der Auslöser für den Dreißigjährigenkrieg, in dem Mannheim mehrfach besetzt und verwüstet wurde. Um den Wideraufbau zu fördern, verlieh Kurfürst Karl Ludwig I. im Jahre 1652 der Stadt neue Privilegien die eine Stadtverfassung begründeten und mit Hilfe französischer, wallonischer und flämischer Kolonisten wurde Mannheim wieder aufgebaut. Diese Privilegien übertrafen sogar die seines Großvaters. Unter Anderem besagten diese, dass die Stadt zwei Pfarrer für jede Gemeinde, egal welcher Konfession, unterhielte. So kam es, dass Mannheim viele Juden wie auch französische Protestanten beherbergte, die so genannten „Hugenotten" (vom dtsch. Eidgenosse), die in Frankreich verfolgt wurden. Sie alle lebten zusammen in Mannheim, dessen Bevölkerung zu der Zeit aus rund 75% Franzosen bestand. In seinem Bestreben nach einer kirchlichen Union, ließ er die Konkordienkirche (concordia= Eintracht) bauen, welche aus zwei Flügeln, einen für die deutsch - reformierte Gemeinde und einen für die französisch - reformierte Gemeinde, und einem Turm, der von beiden genutzt wurde, besteht. Kurfürst Karl Ludwig war auch der Auftraggeber, der veranlasste eine Schlossanlage in Mannheim zu bauen. Mit dem Mannheimer Schloss nahm die Bedeutung Mannheims nach dem Krieg wieder zu. Heute ist es das zweitgrößte Barockschloss Europas. Kurfürst Karl Ludwigs Schwester Charlotte Elisabeth oder Liselotte von der Pfalz wurde 1671 aus politischen Gründen mit dem Herzog Philipp I. von Orleans verheiratet und war somit mit dem französischen König verschwägert.

Bei dieser Heirat musste sie vem protestantischen Glauben absagen und katholisch werden. Am französischen Hof fühlte sie sich recht isoliert, da ihr Mann offen zu seiner Homosexualität stand und sie ignorierte. Daher schrieb sie oft Briefe nach Deutschland, die den Deutschen die Französischen Sitten näher brachten. Es wurde zur Mode französische Wörter „einzudeutschen". Wörter wie „amüsieren" und das veralterte „entreteniren" stammen aus dieser Zeit. Als nun im Jahre 1685 Liselottes Bruder verstarb, erhob Ludwig XIV., König

von Frankreich Anspruch auf den Thron. Doch mit der Hochzeit hatte Liselotte ihrem Erbe in einem Vertrag entsagt und es entbrannte ein heftiger Streit um die Thronfolg mit dem wittelsbachischen Neuburger Pfalzgrafen. Das Ergebnis war der Pfälzische Erbfolgekrieg, injdem Liselotte mit ansehen musste, wie ihre geliebte Heimat von den Franzosen zerstört und ausgeraubt wurde. Von den Schätzen die die Franzosen dabei erbeuteten,bekam sie freilich nichts zu sehen. Mannheim wurde in diesem Krieg aufs Neue verwüstet und viele der wallonischen Einwanderer verließen wieder die Stadt. Nachdem der Frieden wieder einkehrte, begannen die Aufbauarbeiten unter dem Neuburger Herrscherhaus.

Im Jahre 1743 bestieg Karl Theodor den Thron. Da sein Vater und sein Onkel schon sehr früh verstarben, bestieg er schon mit 19 Jahren den Thron und heiratete seine Cousine Elisabeth Auguste. Unter seiner Herrschaft erlebte Mannheim seine Blütezeit. Er stiftete unter anderem die Kurpfälzische Akademie der Wissenschaften. Kunst und Wissenschaft wurden in einem besonderen Maße gefördert. Er pflegte sogar mit großen Denkern wie Voltaire Kontakt, welcher während seiner Wanderjahre sogar in Mannheim gastierte. Sein Stück „Olympie" hatte in Mannheim sogar seine Uraufführung. Doch all das änderte sich abrupt als Kurfürst Karl Theodor Bayern 1777 erbte. Er musste seinen Sitz nach München verlegen und sein Hofstaat verließ Mannheim mit ihm.

Hier endet der geschichtliche Ausflug, den wir mit Herrn Wimmer unternommen haben,

der mit vielen Plakaten anschaulich unterlegt, mit viel Elan vorgetragen und mit kleinen interessanten Anekdoten angereichert worden ist. Denn nur wenige werden wohl wissen das Eichbaum ursprünglich französisch ist, entstanden aus der Schankstube „ Zum Aichbaum", die dem Walloner Jean de Chesne gehörte, oder das das „mannemerisch" typische „alla" sich aus dem französischen „aller" (gehen) entwickelt hat. Nachdem wir nun gesehen haben, wie viel Frankreich mit Mannheim zu tun hat, hat uns

Herr Wimmer noch etwas au den Weg mitgegeben, das nicht wenige von uns trösten dürfte:

„Ihr seht, ihr könnt alle viel mehr Französisch als ihr glaubt..."

 

Sofia Vu

 

 

Französischexkursion in die Uni Mannheim

Wieviel Frankreich steckt in Mannheim?

 

Mit dieser Frage in den Ohren trafen wir uns am Dienstag den 3.07.07 um 10 vor 2 an der

Haltestelle „Universität". Unser Ziel war die Ausstellung , in der Uni Mannheim , mit dem

Titel „ Wieviel Frankreich steckt in Mannheim" , zu besuchen. Nachdem einem kurzen

Spaziergang , und ja es ist komplizierter als es scheint jmd. in der Uni zu finden, trafen wir

auf unseren Begleiter.                                              

Nach der Abgabe unsere Taschen betraten wir die Universität und der Vortrag begann.

Die Ausstellung und der Vortrag beschäftigte sich , grob umrissen , mit folgenden Themen.

Gründungsgeschichte von Mannheim

Privilegien in Mannheim

Religiöse Verhältnisse in Mannheim zur Zeit der Hugenottenverfolgung

Zerstörung Mannheim im Deutsch-Französischen Erbfolgekrieg

Mannheim zu den Zeiten von Kurfürst Karl Theodor IV

Bevölkerungszusammensetzung

Voltaire und Mannheim

Der Mannheimer Dialekt und seine Einflüsse aus dem Französischen

Versailles/Mannheimer Schloss

Nach einer kurzen Einführung zum Thema der Mannheimer Stadtgründung , ging er auf die besonderen Privilegien in Mannheim ein. Um viele Menschen nach Mannheim zu locken wurden viele besondere)* Privilegien erlassen , zum Beispiel die Abschaffung des Frondienstes. Diese wurden u.a. auch in Französisch geschrieben.

Nur hier scheint es als würde Mannheim schnell aus der Geschichte weichen , im Rahmen des 30-jährigen Krieges wurde die Stadt zerstört. Um den Wiederaufbau zu beschleunigen wurden zusätzlich in Mannheim ekie Religionsfreiheit gewährt. Dadurch siedelten viele Franzosen nach Mannheim um. Teilweise hatte die Stadt einen Anteil von Menschen aus anderen Ländern von etwa 75 % darunter Niederländer, Belgier und der größte Teil waren Franzosen. Die nächste Zerstörung folgte bald im Rahmen des Deutsch-Französischen Erbfolgekrieges und der darauffolgenden Besetzung. Die Blütezeit erlebte Mannheim unter dem Kurfürsten Karl IV. Theodor . Er verlegte seine Residenz nach Mannheim und investierte quasi ohne Ende in Mannheim. Durch ihn kamen viele Künstler , Denker und Schriftsteller nach Mannheim wie Goethe sowie Voltaire. Voltaire schrieb über Mannheim dasfes hier an sich alles gebe , man müsse nur gesund nach Mannheim gehen um sich an der Schönheit zu ergötzen. Als der Kurfürst wegzog , nach Bayern , ging es mit Mannheim leider wieder bergab. Nur die französische Sprache hält sich immer noch , in unserem Dialekt.

In diesem Sinne war es eine sehr interessante Ausstellung die uns allen zeigte wie viel Frankreich in Mannheim steckt. Macht die Augen auf, Frankreich ist überall . Ein bisschen zwar nur , aber es ist da.

 

Christian Sperneac-Wolfer