Vorbild – Schrecken-
Faszination
Wie viel Frankreich steckt in Mannheim?
Anlässlich
des 400 jährigen Stadtjubiläums besuchten am 3. Juli die Klassen 10.3 /10.4 mit
Frau Sundmacher sowie am 4. Juli die Klasse 10.2 mit Frau Zimmermann die
Ausstellung in der Universitätsbibliothek Mannheim.
Diese Ausstellung, die durch Studierende der
Romanistik und Geschichte erarbeitet worden
war, bot vielfältige Einblicke in die
Themenbereiche Stadtgeschichte, Religion, Schloss- und Gartenarchitektur, Hofleben, Musik und
Theater, Verlagswesen und Literatur sowie den Sprachgebrauch der Mannheimer
Durch die
Ausstellung führte uns Herr Wimmer, einer der Initiatoren dieser Ausstellung.
Brigitte
Sundmacher

Bilder und Schülerberichte:
Laura Popp 10.3
Vorbild-Schrecken-Faszination
Wie viel Frankreich steckt in Mannheim?
Am Dienstag Nachmittag trafen wir, die
Französischklasse der 10.3 und 10.4, uns an der Uni Mannheim. Denn heute hatten wir mal keinen Französisch-Nachmittagsunterricht,
sondern besuchten mit unserer Lehrerin Fr. Sundmacher die Ausstellung „Vorbild-Schrecken-Faszination
/ Wie viel Frankreich steckt in Mannheim?". An der Uni begrüßte uns
dann ein netter Student mit dem Namen
Daniel Wimmer. Zuerst ließ er uns selbst ein wenig nachdenken und
stellte uns die Aufgabe einmal alle Zusammenhänge aufzuschreiben, die uns zwischen Frankreich und Mannheim einfielen. Am
meisten wurde dabei natürlich das Mannheimer Schloss genannt, welches
nach dem Vorbild von Versailles gebaut wurde. Nach dieser kurzen Einführung ging es dann auch schon los und wir gingen in
die Universitätsbibliothek, wo einige Stellwände aufgebaut waren. Der
Vortrag begann natürlich bei der Gründung Mannheims 1606 durch Kurfürst Friedrich
IV. Dieser baute Mannheim gut geschützt zwischen den Rhein und den Neckar. Jetzt fehlten ihm nur noch
die Einwohner, welche er z.B. mit der
Abschaffung des Frondienstes, kostenloser Flächenbebauung und billigem Baumaterial anlockte. So sahen wir ein original
Werbeplakat für die Stadt Mannheim, was man sich heute gar nicht mehr
vorstellen kann.
Am Anfang lief für Mannheim alles
prächtig, doch schon nach 16 Jahren, als Mannheim also so alt war wie wir, war es schon das erste total zerstört. Und dies
wiederholte sich einige inale, es
wurde immer wieder aufgebaut und erneut zerstört; so hatte Mannheim also eine
schwere Zeit zu bewältigen. Doch ließ sich Mannheim, durch Hilfe von
einzelnen Leuten, die sich für diese Stadt
immer wieder einsetzten, nie unterkriegen. Als es dann wieder einmal neu aufgebaut wurde, warb man wieder um Einwohner.
Diesmal erlaubte man ihnen die Religionsfreiheit, was zu dieser Zeit
wirklich nicht üblich war. Und so strömten die Leute vor allem aus Frankreich, wo sie wegen ihrer Religion
verfolgt wurden, nach Mannheim. So hatte Mannheim zu dieser Zeit mehr
französische als deutsche Einwohner, was wirklich keiner von uns erwartet hatte. Aus diesem Grund wurde
natürlich auch mehr französisch als deutsch gesprochen, was einige von uns nun wirklich schockte.
Als nächstes begegnete uns die Liselotte von
der Pfalz, die unser schönes Mannheim so sehr liebte.
Jedoch wurde sie nach Frankreich verheiratet, wo es ihr nun überhaupt nicht
gefiel. Als dann ihr Vater starb,
beanspruchten die Franzosen die Pfalz. Als man sie ihnen jedoch verwehrte, begann erneut ein Krieg, in dem nicht
nur Mannheim, sondern die ganze Pfalz verwüstet wurde. Da blutete
Liselotte das Herz und sie schrieb viele verzweifelte Briefe, von denen wir einige sahen und lasen.
Auch Voltaire spielte eine Rolle für Mannheim.
Er ließ nämlich 1762 „Olympie", eins seiner Stücke, in Mannheim uraufführen, was damals eine Revolution war, da man
alle Stücke in Paris uraufführen
ließ.
Gegen Ende der
Ausstellung kamen wir nun auf die französischen Spuren in der deutschen Sprache
zu sprechen. So erfuhren wir z.B. dass das, vor allem bei der Jugend bekanntem Wort, „alla" von
dem französischen Wort „aller" kommt.
Doch der krönende Abschluss war natürlich das
lang erwartete Mannheimer Schloss. Wie die meisten von uns schon wussten, wurde
es 1720 nach dem prächtigen Schloss aus Versailles erbaut. Es hat ähnliche
Grundrisse wie sein Vorbild, jedoch reicht es an diese enorme Größe nicht heran. Und doch konnten wir die Franzosen
übertrumpfen. Von Bedeutung waren damals nämlich die Anzahl der Fenster,
mit der wir Versailles überbieten konnten.
Und mit diesem Trumpf endete dann auch der
Vortrag von Hr. Wimmer, der diese Führung so spannend und
frisch gestaltet hatte, dass wir ihm begeistert zuhörten und viele interessante
Dinge
über unsere Heimatstadt erfuhren.
Klaus-Peter
Becker
Vorbild-Schrecken-Faszination
Frankreichs Einflüsse auf das Mannheim des 17. und 18.
Jhd.
Am Dienstag den 03.07.07 haben wir (die
Klassen 10.3 und 10.4) im Rahmen des Französischunterrichts, zusammen mit Frau
Sundmacher die Ausstellung „Vorbild - Schrecken - Faszination, Wie viel
Frankreich steckt in Mannheim?" besucht. Im Zentrum der Ausstellung
steht die Rolle der französischen Sprache und Kultur in der Geschichte
Mannheims. Im Folgenden möchte ich einige Beispiele ausführen, wie und warum
Mannheims Kultur, Sprache, Architektur und vieles mehr von Frankreich
beeinflusst wurde.
1607 von Kurfürst Friedrich IV , als Festung an der
Grenze der protestantischen Kurpfalz, gegründet wurde Mannheim mehrmals in
seiner Geschichte komplett zerstört. Durch die großzügigen
Privilegien, die ihm Friedrich verlieh und die durch seinen
Enkel noch einmal erweitert wurden, entwickelte sich Mannheim, nicht
zuletzt durch seine günstige Lage, zu einer bedeutenden Handelsstadt.
Gleichzeitig wurde es zur Zufluchtstätte für religiös Verfolgte aus den Niederlanden,
der Schweiz und eben aus Frankreich. Diese „Multikultipolitik" prägte Mannheim
nachhaltig.
Das Mannheimer Schloss, welches nach dem
Beispiel von Versailles errichtet wurde, ist nur ein Beispiel dafür, wie
Frankreichs Mannheim prägte. Da in Mannheim, eine für jene
Zeit extrem fortschrittliche, Glaubensfreiheit herrschte und jede
Glaubensrichtung Anspruch auf eine eigene Kirche mit einem, von der Stadt
bezahlten, Pfarrer und Lehrer hatte, ist auch in diesem Sinn der Einfluss auf
die Architektur der Stadt nicht zu übersehen.
Viele umgangssprachliche Wörter, wie das
allseits bekannte und verwendete „älla", haben ihre
Wurzeln ebenfalls im Französischen.
Julia Hilpert 10.3
Der Einfluss
Frankreichs auf Mannheim
März 1606:
Kurfürst Friedrich IV legt den Grundstein
zum Bau der Friedrichsburg, sie sollte eine Festung zur
Sicherung des
Protestantismus gegen die vorrückende Gegenreformation werden.
24.
Januar 1607:
„Freyheiten und Begnadigungen", 13
Artikel in denen der Kurfürst zahlreiche Rechte gewährt und
von Lasten befreit, sollen Menschen anlocken,
sich in Mannheim niederzulassen. Durch diese
bekommt Mannheim das Stadtrecht.
1619:
Nach dem Tod Friedrichs IV bekommt sein Sohn
Friedrich V die böhmische Königskrone. Sein
„Winterkönigtum" ist jedoch schon nach einem Jahr beendet und
er flieht mit seiner Gemahlin
Elisabeth Stuart ins Exil nach Holland.
2. November 1622:
Nach 5 Wochen der Belagerung durch den
Heerführer der Katholiken Tilly kapituliert Mannheim, bis
zum Ende des 30jährigen Kriegs (1618-1648) wird es mehrmals
besetzt und verwüstet.
1652:
Karl Ludwig, der Sohn Friedrichs V, erneuert die Stadtprivilegien.
Diese beschreiben die Lage
Mannheims nach dem Krieg und sollen beim Wiederaufbau helfen,
indem sie neue Bürger anlocken.
Aus welchen Ländern diese kommen sollen,
zeigen die Sprachen in denen sie verfasst wurden:
Deutsch, Französisch, Niederländisch und
Latein.

1685:
Fünf Jahre nach dem Tod des Vaters Karl
Ludwig stirbt Kurfürst Karl II
ohne Nachfolger. Frankreich
stellt Erbansprüche für Liselotte von der Pfalz,
welche die Schwester des verstorbenen Kurfürsten und
die Schwägerin des Sonnenkönigs Louis XIV
ist. So
beginnt der Pfälzische Erbfolgekrieg.
12. November 1688:
Mannheim kapituliert nach tagelangem
Beschuss.
1689:
Mannheim wird auf Befehl Louis XIV
vor Abzug
der französischen Truppen vollständig zerstört.
1690-1720:
Der Friede von Rijswijk regelt die Zukunft der Pfalz und
somit auch Mannheims. Die Kurfürsten
Philipp Wilhelm und Johann Wilhelm erneuern die Stadtprivilegien
und bauen Stadt und Festung
wieder auf.
1720:
Mannheim wird Residenzstadt
Schmelztigel Mannheim zwischen 1652 und 1689:
In Mannheim lebte damals keine Bevölkerungsgruppe
isoliert oder zurückgezogen und jeder war Teil des Ganzen. Die gemeinsamen Anstrengungen
der Deutschen sowie Franzosen, Katholiken sowie Reformierten und Juden führten
die Stadt wieder zu neuer Blüte, wie Karl Ludwig sich dies 1652 erhofft hatte.
Liselotte
von der Pfalz:
Die Tochter der Kurfürsten Karl I Ludwig wurde im Alter von
19 Jahren mit Philippe I,
Herzog von Orleans und Bruder Louis XIV verheiratet. Obwohl
Frankreich laut Ehevertrag keinen Anspruch auf die Pfalz hatte, erhob Louis XIV diesen doch nach dem Tod
Karl II, was
zum Pfälzischen Erbfolgekrieg führte. Liselotte von der
Pfalz litt sehr darunter, dass in ihrem Namen Mannheim besetzt und
verwüstet wurde.

Alamode
Stil:
Der Alamode Stil ist eine Mischung der
deutschen und französischen Spracher Ein gutes Beispiel hierfür sind die Briefe
der Liselotte von der Pfalz, in welchen sie pfälzische Umgangssprache mit französischen
Wörtern und Redewendungen mischt. Ungefähr die Hälfte der damals entlehnten Wörter
sind bis heute in der deutschen Sprache erhalten geblieben. Bsp.: adressieren,
amüsieren, brillieren, continuierlich, absolut, mine, roman,
banquier, troupen. Carl IV Theodor:
Unter der Herrschaft dieses intelligenten,
wissbegierigen, deutschen Kurfürsten erlebte Mannheim eine
Blütezeit der Künste, der Literatur und des Theaters. Doch trotz seiner aufgeklärten
Sichtweißen war das höfische Leben immer noch geprägt von
absolutistischen Wertevorstellungen. Carl IV Theodor war stets bemüht, den Glanz
der Hofgesellschaft durch französische Literaten, Philosophen und Gelehrte zu
steigern. Voltaire besuchte ihn zwei Mal (1753 und 1758) in seiner
Sommerresidenz in Schwetzingen. Zu dieser Zeit wurden in Mannheim auch viele
französische Zeitungen gedruckt.

Französische Spuren im Mannheimer Dialekt:
Durch die Nähe Mannheims und die Emigranten
in Mannheim wurden viele Ausdrücke aus
Frankreich in unseren Dialekt aufgenommen, wie z.B. die
Abschiedsformel „alla!", die von allez oder
allons kommt. Weitere Beispiele:
Chaise-longue (Sofa)
Trottoir (Bürgersteig)
celle (diese)
Malheur (Unglück)
Taille (Hüftumfang)
Am Dienstag den 03.07.07 machten die Klassen
10.3 und 10.4 des Peter-Petersen Gymnasiums eine Exkursion
in die Ausstellung „Vorbild, Schrecken, Faszination -Wie
viel Frankreich steckt in Mannheim?", die in der Universitätsbibliothek aufgebaut
und noch bis zum S.Juli 07 zu besichtigen ist. Ein Student, der auch an
der Aussteilung mitgearbeitet hat, führte uns von Tafel zu Tafel und berichtete
uns auf eine nette Art und Weise über Themen wie z.B. die Stadtgeschichte,
Schlossarchitektur, Theater, Literatur, Sprache u.s.w. Selbstverständlich
hatte dies alles auch etwas mit Frankreich bzw. der französischer,
Sprache zu tun, denn schließlich ließen wir unseren wertvollen Französischunterricht
dafür ausfallen. Angefangen damit, dass Kurfürst Friedrich IV. im Jahre 1607, Mannheim
gründete, erlebte die Stadt in diesen 400 Jahren bis heute Zerstörung und
Verwüstung, aber auch wirtschaftliches und kulturelles Wachstum. Nun aber zur
Verbindung zu Frankreich zurück. Nicht nur,
dass damals religiös verfolgte Franzosen in die „Quadratestadt" flüchteten und ein Schauspiel von Voltaire am
kurpfälzischen Hoftheater uraufgeführt
wurde, sondern auch heute noch ist FrankreichsFlair in Mannheim zu
spüren. Das Versailler Schloss diente als Vorbild für unser Mannheimer Schloss, aber was eigentlich noch viel wichtiger
ist, ist unser Dialekt, denn auch im sprachlichen Bereich schlug sich der
Aufenthalt der Franzosen nieder. Das wohl
berühmteste Beispiel, was auch bestimmt jeder Mannheimer schon einmal gesagt hat, ist „Aiia"! Nein das hat nichts
mit dem muslimischen Gott „Allah" zu tun, sondern stammt einfach
vom französischen Verb „aller" (gehen) ab! Also wenn Sie sich trotz des 400jährigen Stadtjubiläum immer noch nicht so gut
in der Mannheimer Geschichte
auskennen, dann wäre es Zeit etwas für ihr „genera! knowledgeu zu tun. Vor allem wenn Sie
vielleicht noch ein wenig mehr über diese faszinierende Verbindung Mannheims zu
Frankreich wissen wollen, ist der Besuch der Ausstellung auf jeden Fall empfehlenswert.
Carina
Angeli




Vorbild,
Schrecken, Faszination
Wie viel Frankreich steckt in Mannheim?
Am 03.07.2007 hatten wir, die Französischklasse 10.3/10.4, die
Chance die Ausstellung „Vorbild, Schrecken, Faszination- Wie viel Frankreich
steckt in Mannheim?" zu besuchen. Diese
Ausstellung wurde von 40 Studenten der Universität Mannheim aufgebaut und
befand sich in der
Universitätsbibliothek. Die Führung gestaltete Herr Wimmer
Zu Anfang der
Führung stellte Herr Wimmer uns erst
mal eine Aufgabe, um einen Eindruck
zu bekommen, wie viel wir schon über das
Thema wissen. In kleinen Gruppen sollten wir die Einflüsse sammeln, die
Frankreich auf Mannheim hatte. Die dabei genannten Themengebiete waren Kunst,
Literatur, das Leben am Hof und das Mannheimer Schloss dem das Versailler Schloss als Vorbild gedient hat. Danach begann
die eigentliche Führung. Mannheim feiert dieses Jahr sein 400. Jubiläum,
obwohl der Grundstein der Stadt schon im Jahre 1606 gelegt wurde. Das liegt
daran, dass im Jahre 1607 Kurfürst Friedrich der IV.
die ersten
Stadtprivilegien ausstellte, um Zuwanderer aus ganz Europa anzuziehen. Diese Stadtprivilegien wurden aus diesem Grund in vier
Sprachen abgedruckt, nämlich deutsch, lateinisch, niederländisch und
französisch. Den Einwanderern wurden Privilegien wie zum Beispiel Befreiung vom
Frondienst, 20 Jahre Steuererlass und ein Grundstück zum Bauen angeboten. Auch, dass er die Ausübung anderer
Religionen neben seiner eigenen duldete, machte Mannheim zu einem interessanten
Ziel für religiös Verfolgte. Dadurch erhöhte sich die Einwohnerzahl von
Mannheim beträchtlich.
Im Jahre 1619 wurde Kurfürst Friedrichs Sohn
Friedrich V. zum König von Böhmen gekrönt. Er erhielt den Beinamen „Winterkönig", da
seine Amtszeit nur ein Jahr betrug. Denn in dem Versuch die Kurpfalz als führende
protestantische Macht im römischen Reich zu positionieren, stellte er sich
gegen den Kaiser. Sein politisches Handeln war einer der Auslöser für den Dreißigjährigenkrieg, in dem
Mannheim mehrfach besetzt und verwüstet wurde. Um den Wideraufbau zu fördern,
verlieh Kurfürst Karl Ludwig I. im Jahre 1652 der Stadt neue Privilegien die eine Stadtverfassung
begründeten und mit Hilfe französischer, wallonischer und flämischer Kolonisten
wurde Mannheim wieder aufgebaut. Diese Privilegien übertrafen sogar die seines
Großvaters. Unter Anderem besagten diese, dass die Stadt zwei Pfarrer für jede Gemeinde, egal welcher Konfession,
unterhielte. So kam es, dass Mannheim viele Juden wie auch französische
Protestanten beherbergte, die so genannten „Hugenotten" (vom dtsch.
Eidgenosse), die in Frankreich verfolgt wurden. Sie alle lebten zusammen in Mannheim, dessen Bevölkerung zu der
Zeit aus rund 75% Franzosen bestand. In seinem Bestreben nach einer kirchlichen
Union, ließ er die Konkordienkirche (concordia= Eintracht) bauen, welche aus
zwei Flügeln, einen für die deutsch - reformierte Gemeinde und einen für
die französisch - reformierte Gemeinde, und einem Turm, der von beiden genutzt
wurde, besteht. Kurfürst Karl Ludwig war auch der Auftraggeber, der veranlasste
eine Schlossanlage in Mannheim zu bauen.
Mit dem Mannheimer Schloss nahm die Bedeutung Mannheims nach dem Krieg wieder
zu. Heute ist es das zweitgrößte Barockschloss Europas. Kurfürst Karl
Ludwigs Schwester Charlotte Elisabeth oder Liselotte von der Pfalz wurde 1671 aus politischen Gründen mit dem Herzog
Philipp I. von
Orleans verheiratet und war somit mit dem französischen König verschwägert.
Bei
dieser Heirat musste sie vem protestantischen Glauben absagen und katholisch
werden. Am französischen Hof fühlte sie sich recht isoliert, da ihr Mann offen
zu seiner Homosexualität stand und sie
ignorierte. Daher schrieb sie oft Briefe nach Deutschland, die den Deutschen
die Französischen Sitten näher brachten. Es wurde zur Mode französische Wörter
„einzudeutschen". Wörter wie „amüsieren" und das veralterte
„entreteniren" stammen aus dieser Zeit. Als nun im Jahre 1685 Liselottes
Bruder verstarb, erhob Ludwig XIV., König
von Frankreich Anspruch auf den Thron. Doch
mit der Hochzeit hatte Liselotte ihrem Erbe in einem Vertrag entsagt und es entbrannte
ein heftiger Streit um die Thronfolg mit dem wittelsbachischen Neuburger
Pfalzgrafen. Das Ergebnis war der Pfälzische Erbfolgekrieg, injdem Liselotte mit ansehen musste, wie ihre
geliebte Heimat von den Franzosen zerstört und ausgeraubt wurde. Von den
Schätzen die die Franzosen dabei erbeuteten,bekam sie freilich nichts zu sehen.
Mannheim wurde in diesem Krieg aufs Neue verwüstet und viele der wallonischen Einwanderer verließen wieder die
Stadt. Nachdem der Frieden wieder einkehrte, begannen die Aufbauarbeiten unter dem Neuburger Herrscherhaus.
Im Jahre 1743 bestieg Karl Theodor den
Thron. Da sein Vater und sein Onkel schon sehr früh verstarben, bestieg er
schon mit 19 Jahren den Thron und heiratete seine Cousine Elisabeth Auguste. Unter seiner Herrschaft erlebte Mannheim
seine Blütezeit. Er stiftete unter anderem die Kurpfälzische Akademie
der Wissenschaften. Kunst und Wissenschaft wurden in einem besonderen Maße gefördert. Er pflegte sogar mit
großen Denkern wie Voltaire Kontakt, welcher während seiner Wanderjahre
sogar in Mannheim gastierte. Sein Stück „Olympie" hatte in Mannheim sogar
seine Uraufführung. Doch all das änderte sich abrupt als Kurfürst Karl Theodor
Bayern 1777 erbte. Er musste seinen Sitz nach München verlegen und sein Hofstaat verließ Mannheim mit ihm.
Hier endet der
geschichtliche Ausflug, den wir mit Herrn Wimmer
unternommen haben,
der
mit vielen Plakaten anschaulich unterlegt, mit viel Elan vorgetragen und mit
kleinen interessanten Anekdoten angereichert worden ist. Denn nur wenige werden
wohl wissen das Eichbaum ursprünglich französisch ist, entstanden aus der
Schankstube „ Zum Aichbaum", die dem
Walloner Jean de Chesne gehörte, oder das das „mannemerisch" typische „alla"
sich aus dem französischen „aller" (gehen) entwickelt hat. Nachdem
wir nun gesehen haben, wie viel Frankreich mit Mannheim zu tun hat, hat uns
Herr
Wimmer noch etwas au den Weg mitgegeben, das nicht wenige von
uns trösten dürfte:
„Ihr seht, ihr könnt alle viel mehr Französisch als ihr
glaubt..."
Sofia Vu
Französischexkursion in die Uni Mannheim
Wieviel Frankreich
steckt in Mannheim?
Mit dieser Frage in den Ohren trafen wir uns am Dienstag den
3.07.07 um 10 vor 2 an der
Haltestelle „Universität". Unser Ziel
war die Ausstellung , in der Uni Mannheim , mit dem
Titel „ Wieviel Frankreich steckt in Mannheim" , zu besuchen.
Nachdem einem kurzen
Spaziergang , und ja es ist komplizierter
als es scheint jmd. in der Uni zu finden, trafen wir
auf unseren Begleiter.
Nach der Abgabe unsere Taschen betraten wir die Universität und
der Vortrag begann.
Die
Ausstellung und der Vortrag beschäftigte sich , grob umrissen , mit folgenden
Themen.
Gründungsgeschichte von Mannheim
Privilegien in Mannheim
Religiöse Verhältnisse in Mannheim zur Zeit der
Hugenottenverfolgung
Zerstörung Mannheim im Deutsch-Französischen Erbfolgekrieg
Mannheim zu den Zeiten von Kurfürst Karl Theodor IV
Bevölkerungszusammensetzung
Voltaire und Mannheim
Der Mannheimer Dialekt und seine Einflüsse aus dem Französischen
Versailles/Mannheimer Schloss
Nach einer kurzen Einführung zum Thema der
Mannheimer Stadtgründung , ging er auf die besonderen Privilegien in Mannheim ein. Um
viele Menschen nach Mannheim zu locken wurden
viele besondere)* Privilegien erlassen , zum Beispiel die Abschaffung des
Frondienstes. Diese wurden u.a. auch in Französisch geschrieben.
Nur hier scheint es als würde Mannheim
schnell aus der Geschichte weichen , im Rahmen des 30-jährigen Krieges wurde
die Stadt zerstört. Um den Wiederaufbau zu beschleunigen wurden zusätzlich in Mannheim
ekie Religionsfreiheit gewährt. Dadurch siedelten viele Franzosen nach Mannheim
um. Teilweise hatte die Stadt einen Anteil von Menschen aus anderen Ländern von etwa 75 % darunter Niederländer,
Belgier und der größte Teil waren Franzosen. Die nächste Zerstörung
folgte bald im Rahmen des Deutsch-Französischen Erbfolgekrieges und der
darauffolgenden Besetzung. Die Blütezeit erlebte Mannheim unter dem Kurfürsten
Karl IV. Theodor . Er verlegte seine Residenz nach
Mannheim und investierte quasi ohne Ende in Mannheim. Durch ihn kamen viele
Künstler , Denker und Schriftsteller nach Mannheim wie Goethe sowie Voltaire.
Voltaire schrieb über Mannheim dasfes hier an sich alles gebe , man müsse nur
gesund nach Mannheim gehen um sich an der Schönheit zu ergötzen. Als der
Kurfürst wegzog , nach Bayern , ging es mit Mannheim leider wieder bergab. Nur
die französische Sprache hält sich immer noch , in unserem Dialekt.
In diesem Sinne war es eine sehr interessante Ausstellung die uns
allen zeigte wie viel Frankreich in
Mannheim steckt. Macht die Augen auf, Frankreich ist überall . Ein bisschen
zwar nur , aber es ist da.
Christian
Sperneac-Wolfer