Kleinkunstbühne "Hart an der Grenze"
8.11.2008
|
PPG-Kleinkunstbühne bewegt sich "Hart an der Grenze"
Szenen und Sketche mit wahrlich "grenzwertigem" Hintergrund bot die Kleinkunstbühne des Peter-Petersen-Gymnasiums mit ihrem neuen Stück "Hart an der Grenze". Musikalisch begleitet von Klavier, Gitarre und Gesangseinlagen zeig-ten Schüler der Klassenstufen sieben bis 13 zehn satirische, aber zugleich tiefgründige Szenen, in denen die absurde Wirklichkeit demaskiert und kritisiert wurde.
Die Jugendlichen thematisierten unter anderem, dass das Fernsehen immer mehr an Niveau verliert, was an pseudo-wissenschaftlichen Sendungen oder "TV-Events" wie "Wir sind schwanger" deutlich wird. Und auch ernste Themen, wie den Anschlag vom 11. September, griffen die PPGler auf und verpackte sie in einen vordergründig lustigen Dialog zwischen zwei designierten Flugzeugentführern, die sich letztlich doch dazu entschließen, auf die Bahamas zu fliegen.
Die einzelnen Teile des Bühnenstückes waren eingebettet in eine Bahnfahrt, die stets durch Ansagen vom Zugführer unterbrochen wurde.
Die Pausen wurden durch Klaviermusik oder eingespielte Lieder begleitet.
Zudem trugen die Schauspieler selbst Songs wie "Behind Blue Eyes" von Limp Bizkit, "Mad World" von Gary Jules oder "Denglisch" von den Wise Guys vor.
Natürlich waren diese Lieder nicht willkürlich gewählt, sondern standen mit ihren Aussagen in direktem Zusammenhang mit den verschiedenen Szenen des Stückes.
Es ging um den Verfall der deutschen Sprache anhand der Verwendung von Anglizismen oder spielte auf Macht, Intrigen und die Manipulierbarkeit des Menschen an.
Den grotesken, eitlen Verhältnissen der heutigen Gesellschaft hielten die Schauspieler der Kleinkunstbühne den Spiegel vor, sie zeigten, wie sehr das Selbstwertgefühl der Menschen von ihrem Äußeren abhängt und dass es offenbar keine Probleme mehr damit gibt, diese "Makel" zu korri-gieren.
In einer Szene soll eine alte Frau von ihrer Tochter in ein Altenheim im wahrsten Sinne des Wortes "abgeschoben" werden.
Doch sollte man sich stattdessen nicht lieber selbst um die älteren Familienmitglieder kümmern?
Designerbabys lassen eine neue Lebenswirklichkeit erahnen, und ü-berall wird der Mensch überwacht, seine Daten werden gesammelt, gespeichert, aufbereitet, auch von Dritten benutzt oder verkauft.
Abschließend gab es noch eine lustige Inszenierung von "A Long Way Down", nach einer Idee von Nick Hornby, über Selbstmord, das Talent des Menschen, sich seine eigene Hölle zu schaffen, und über den Kraftakt, diese wieder zu verlassen.
So endete eine weitere erfolgreiche, abwechslungsreiche Aufführung der Kleinkunstbühne des PPG.
Auch dieses Mal basierten die Szenen nicht nur auf Ideen der künstlerischen Leiterin Margarete Marx, sondern zum großen Teil auch auf Ideen der Schülerinnen und Schülern.
Isabel Saal / T. Witschaß
| Seite 1 von 7 |
 |