PPG-Schülerinnen und Schüler haben Lust auf Technik!

Frauen und Technik – das scheint auch heute noch für viele ein Widerspruch zu sein. Auch für viele Mädchen: Selbst diejenigen, die mit technischen Dingen selbstverständlicher umgehen als ihre männlichen Altersgenossen, trauen sich oft nicht, einen technischen Beruf zu ergreifen. So sind in Baden-Württemberg Frauen in Technik und Naturwissenschaften immer noch in der Minderheit.
Daran will das Projekt „Lust auf Neues? Lust auf Technik!" etwas ändern, das die Evangelische Gesellschaft (eva) im Auftrag des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg durchführt. An dem Projekt nehmen bis zum 31. März 2007 etwa 3.000 Mädchen der Klassen 8 bis 13 an 25 Schulen aller Schultypen in Baden-Württemberg teil. Am PPG hatten am 11. Oktober aber nicht nur die Mädchen der Klassenstufen 8 bis 10, sondern ebenfalls die Jungen die Gelegenheit, in Grundlagen verschiedenster Berufe reinzuschnuppern.
Das Projekt besteht bei jeder Schule aus zwei Bausteinen: Zunächst durchlaufen die Schüler innerhalb von drei Schulstunden einen Praxisparcours. Hier erkennen sie selbst, ob sie für einen technischen Beruf begabt sind und Lust dazu haben, diesen zu erlernen. Zwanzig Mädchen, die beim Parcours ein besonderes Interesse für technische Berufe gezeigt haben oder speziell dafür begabt sind, wird ein zweiter Baustein angeboten: ein Behauptungs- und Bewerbungstraining. Das sechsstündige Training findet an den Wochenenden außerhalb des Unterrichts statt. Hier werden sie darauf vorbereitet, spezifische Situationen in männerdominierten Berufen selbstbewusst und souverän zu bestehen. Dadurch werden der Einstieg und der langfristige Verbleib in diesen Berufen realistischer.
Wieviele Bundesländer hat die Bundesrepublik Deutschland? Wieviel Volt hat eine Autobatterie? Wieviel Speicherkapazität hat eine 3,5 Zoll-Diskette? Das sind drei von insgesamt 20 Fragen, die die Schülerinnen beim Praxisparcours für einen Berufstest beantworten müssen. Daneben machen sie ganz praktische Übungen, mit denen sie ihre technischen Fähigkeiten ausprobieren können.
So sollen sie beispielsweise aus einem 1,6 mm starken und ca. 33 Zentimeter langen Draht mit einer Zange eine Blume mit 10 Zacken biegen. Damit werden ihre Fähigkeiten für den Bereich Feinmechanikerin getestet.
Beim zweiten Baustein, dem Behauptungs- und Bewerbungstraining, geht es unter anderem darum, dass die Mädchen sich dem Thema Körpersprache nähern. Sie lernen, spielerisch damit umzugehen, wie sie sich bei einem Vorstellungsgespräch in einem möglicherweise männerdominierten Beruf verhalten sollten. Darüber hinaus beschäftigen sich die Mädchen und jungen Frauen hier mit Berufen, die sie vielleicht noch nicht kennen, um diese in ihre Berufswahl aufnehmen zu können.

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