SIA-Seminarkurs

 

Bereits zum zweiten Mal wurde am PPG ein Seminarkurs der Schüler-Ingenieur-Akademie (SIA) angeboten.

6 Schülerinnen und ein Schüler unseres Hauses wagten sich an dieses Unterfangen und durften gemeinsam mit 7 Schülern des Liselotte-Gymnasiums Firmen und Hochschulen Mannheims kennen lernen.

 

Die SIA ist ein Projekt der Südwestmetall, des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg e.V. Ziel ist es, interessierte Schüler in Kooperation mit Betrieben und Hochschulen Einblicke in die Arbeit von Ingenieuren zu gewähren und Begeisterung für technische Berufsausbildungen zu wecken.

Die Gesamtorganisation lag wie bereits im vergangenen Jahr in den bewährten Händen von Herrn Thomas Hetzel von der BBQ.

 

Zu Beginn der Reihe stand ein Teamtrainingswochenende im Odenwald. In Walldürn gibt es den Hochseilgarten Forest Jump, wo unter Anleitung erfahrener Trainer die Teambildung des neu zusammengesetzten Seminarkurses forciert wurde. Gemeinsam mussten Strategien zur Lösung der Problemstellungen gefunden werden. Es galt, bei den immer diffiziler werdenden Aufgaben stets neue Vorschläge einzubringen, Vertrauen zu entwickeln, auszutesten, genügend Frustrationstoleranz aufzubringen, um am Schluss als Ensemble Erfolg zu haben.

Wie gelangt beispielsweise die komplette Truppe durch ein „Spinnennetz“, jeder durch eine andere Wabe, ohne auch nur einmal ein Seil zu berühren?

 

    

 

Auch die Stärkung des Selbstbewusstseins und das Entwickeln von Vertrauen in seine Mitstreiter wurden im Hochseilgarten gestärkt.

 

  

    

 

Nach diesem ersten gemeinsamen Event wurde im Verlauf des Schuljahres die Hochschule Mannheim besucht. An vier Terminen erhielten die Teilnehmer Einblicke in Robotik, den Europäischen Installationsbus (EIB), Klimaregulierung von Räumen und Rechnernetzwerke. Neben der Theorie kam auch die praktische Anwendung nicht zu kurz. Die Professoren hatten für jede Sitzung auch entsprechendes Material vorbereitet, wo die Schüler ihr erworbenes theoretisches Wissen umzusetzen versuchen konnten.

 

Praktische Arbeit stand dann bei Daimler-Chrysler im Vordergrund. An den Maschinen des Unternehmens durfte jeder einen Halter für einen USB-Hub herstellen. Handwerkliches Geschick und Grundkenntnisse der Materialverarbeitung waren gefragt, um am Ende einen attraktiven Blickfang für den häuslichen Schreibtisch zu besitzen. Natürlich durfte am Ende dieses Projektes jeder Schüler sein Meisterwerk mitsamt Hub als Andenken nach Hause nehmen.

 

Auch die Firma ABB war an der diesjährigen Schüler-Ingenieur-Akademie beteiligt. Dort wurde von jedem Teilnehmer eine elektronische Analog- / Digital-Uhr gebaut, wobei nicht nur das Zusammenbauen gemäß Anleitung gefragt war, sondern auch die theoretischen Kenntnisse der Halbleitertechnologie aufgefrischt und erweitert wurden. Die Schüler mussten spätestens beim Testen der fertigen Uhr auch deren Funktionsweise erklären können, bei einigen Produkten musste man sich noch auf eine mehr oder minder umfangreiche Fehlersuche begeben. Die Individualisierung des eigenen Machwerks trat dann spätestens beim Bau eines Chassis für die Uhr ein. Hier hatten die Schüler freie Hand, sowohl was das verwendete Material als auch was das Design anbelangte. Die schönsten Uhren wurden im späteren Projektverlauf auch prämiert, wobei anzumerken ist, dass der Jury angesichts der gelungenen Endprodukte (siehe Beispielbilder) die Auswahl der Preisträger äußerst schwer fiel.

 

Den letzten Programmpunkt absolvierten die SIA-Teilnehmer (SIAmesen) an der Berufsakademie Mannheim. Prof Berthold vom Fachbereich Elektrotechnik war wieder bereit, den Schülern einen Einblick in die Mikrocontrollertechnik zu vermitteln.

 

  

 

  

 

 

  

 

Im Rahmen des Gesamtprojektes mussten die Schüler auch eine eigenständige Seminararbeit verfassen und zum Abschluss des Seminarkurses in einer Präsentation mit anschließendem Kolloquium ihr Thema darlegen. Die Themenvielfalt ließ hierbei nicht zu wünschen übrig, so wurde über Batterien, Aluminium, Motoren, Zeitmessung, Digitaltechnik und Flipflopschaltungen recherchiert und Erkenntnisse zusammengetragen.

 

Am Ende erhielten die Schüler für ihre über das Schuljahr erbrachten Leistungen und Anstrengungen, für ihre schriftliche Seminarkursarbeit und die Präsentation mit Kolloquium eine Gesamtnote, die sie bei geschickter Wahl ihrer sonstigen Prüfungsfächer zur Verbesserung ihres Abiturschnittes im Abitur einbringen können. Dabei ersetzt der Seminarkurs das fünfte, mündliche Prüfungsfach des Abiturblockes, und die erreichte Punktzahl wird in vierfacher Wertung eingerechnet. Für 15-Punkte-Schüler bedeutet dies 60 Punkte im Gesamtabitur, wo maximal 840 Punkte erreichbar sind.

 

Roland Haaß