SMV-Seminar 2007 in Ludwigshafen

39 Schülerinnen und Schüler - von der fünften bis zur dreizehnten Klasse -, eine Lehrerin, ein Lehrer und zwei Seminarleiter. 2 Tage von Montag mittag bis Mittwoch mittag, 2 Nächte, insgesamt etwa 15 Stunden gemeinsamer Arbeit und ungezählte, weil unzählbare, Stunden gemeinsamer Tages- und Nachtgestaltung. Das sind die nüchternen Zahlen der Statistik zum SMV-Seminar in diesem Jahr.
Im wirklichen Leben sah das so aus:
Man trifft sich im Foyer des Heinrich-Pesch-Hauses in Ludwigshafen. Es gibt ein großes Hallo, obwohl wir uns morgens in der Schule schon gesehen hatten. Wer geht mit wem aufs Zimmer? Warum sind manche unterm Dach untergebracht? Warum haben Frau Micelli und Herr Boch jeweils Zimmer mit freiem Blick über die Flure des gesamten Stockwerks? Warum dürfen wir abends nicht mehr aus dem Haus?
Diese Fragen wurden letztlich angesichts der spürbaren Vorfreude aller auf das Seminar nebensächlich. Und schon ging es los - mit Kaffeetrinken und ersten Diskussionen im Seminarraum. Von Katrin und Kai aus dem Heinrich-Pesch-Haus geleitet, ging das Kennenlernen sehr schnell. Und ehe man sich`s versah, kam nach dem Abendessen schon der erste spannende Tagesodnungspunkt: Nyota - ein kleines Mannheimer Projekt mitten in Kenia wird vorgestellt. Und staunend hörten wir Andi zu, der von Aidswaisen, von Armut, von Hausbau unter afrikanischen Bedingungen, von Patenschaften und von Wyclyf erzählte, dem einheimischen Kenianer, der den Deutschen die Wege zu einer Nursery School geebnet hat. Ihr werdet in den nächsten Monaten von diesem einstimmig zum SMV-Anliegen erklärten Projekt in Kenia noch einiges hören. Zum Beispiel im Weihnachsgottesdienst von der Patenschaft, die die SMV für ein Kind dort übernehmen möchte.
Danach haben wir den "Sing-Star" gesucht und mehr oder weniger schöne und lustige Karaoke-Darbietungen über uns ergehen lassen. Immerhin gab es so viele Talente und so viel Toleranz, dass die Gruppe sich am nächsten Abend geschlossen im Losverfahren an dem Spiel beteiligt hat. Die Nacht war ruhig und erholsam, wie das bei solchen Seminaren immer ist.
Früh am Morgen hieß es dann: SMV-Projekte werden geplant. Arbeitsgruppen zum Rosentag, zum "Haus Miteinander", zum Netzwerk Courage, zum Sporttag, zum Schulfasching, und zur Verteilung der Sponsorengelder nahmen ihre Arbeit auf und konnten bis zum Mittag gute Ergebnisse vorweisen. Ihr werdet im Laufe des Schuljahres davon hören.
Am Nachmittag haben alle fieberhaft am Schulumbau und den Wünschen der Schüler dazu gearbeitet. Jetzt, wo der Umbau sich konkret abzeichnet, das wurde uns klar, müssen auch die Schüler ihre Vorstellungen vom PPG der Zukunft formulieren. Und das taten sie auch. Mit viel Lust und einem überraschend klaren Augenmaß dafür, was möglich und nötig, aber darüber hinaus auch wünschenswert ist. Es würde den Rahmen sprengen, wenn ich hier alles aufzähle, aber fragt doch 'mal Eure Klassensprecher und Klassensprecherinnen - sie geben bestimmt gerne Auskunft.
Nach dem Karaoke-Abend und dem Film "School of Rock" hieß es wieder: Ab in die Betten oder in den Keller, je nach Alter. Und bei Uno, Therapie, Tabu oder schönen Gesprächen klang der Tag wenn nicht schnell, dann aber doch ruhig aus.
Herrn Leichert dann am nächsten Morgen die Ergebnisse vorzustellen, war für alle sehr wichtig. Wir haben uns gefreut, dass er sich die Zeit genommen und uns besucht hat. Ich glaube, es war wirklich keinem Schüler und auch keinem Lehrer in diesen drei Tagen auch nur eine Sekunde langweilig.
Ich danke unseren drei Schülersprechern Carmen, Semhar und Felix, die mit großem Einsatz an der Vorbereitung und Durchführung des Seminars beteiligt waren. Ebenso Katrin Zimmermann und Kai Hell vom Heinrich-Pesch-Haus und Frau Micelli, ohne deren To-Do-Listen wahrscheinlich vieles schief gegangen wäre.
Ich vermute, dass nächstes Jahr alle, die können, auch wieder dabei sein werden.

Uwe Boch

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