Besuch in der Spiegelfabrik

11.05.2007
400 Jahre Mannheim. Das Jubiläumsjahr spürt man nicht nur in der Innenstadt oder im Rathaus, sondern es ist bis ins PPG vorgedrungen: Das Motto des diesjährigen Seminarkurses lautet schlicht und einfach "Mannheim". Die Arbeiten der Schülerinnen und Schüler drehen sich somit um das Thema Mannheim. Von geschichtlichen Themen, über besondere Einrichtungen Mannheims, bis hin zur Industrie ist alles vertreten.
Eine dieser Arbeiten befasst sich mit dem Thema der prägenden Industrie in Mannheim: der Spiegelfabrik. Mit über 150 Jahren ist sie nicht nur eine der ersten Firmen Mannheims, sondern beinhaltete auch die älteste Arbeitersiedlung der Welt. Also, wenn das nicht prägend für Mannheim war...
Im Zuge dieser Arbeit wurde es nun möglich, vor Ort einmal das zu sehen, was heute dort existiert. Und das ist nicht so einfach, denn erstens steht von der ehemaligen Arbeitersiedlung nur noch ein Block und zweitens ist der Zutritt zum Werksgelände im Grunde unmöglich. Doch die Compagnie de Saint-Gobain verhielt sich äußert kooperativ und machte eine exklusive Werksführung möglich.
Am Freitag, den 11. Mai, ging es zusammen mit Kursleiterin Ursula Hein schließlich zum Saint-Gobain Glass Werk Mannheim-Waldhof. Produktions- und Vertriebsleiter Manfred Brunner führte die kleine Gruppe selbst durch die entlegensten Stellen des Werkes. Der Standort selbst war bis ins Jahre 2003 das größte Gussglaswerk der Welt, was die Kapazität und Fläche angeht. So war diese Führung wohl kein kleiner Rundgang in einem unbedeutenden Unternehmen.
Der Anfang mit einem kleinen Überblick über das gewaltige und heutzutage durchaus innovative Sortiment von Saint-Gobain Glass führte von Beginn an zu einer richtigen Vorstellung der ganzen Materie Glas. Von der Ausstellungshalle in einem historischen Pferdestall und durch Lagerhallen ging der Einblick in das Unternehmen, bis hin zur Produktionshalle mit dem über 1.500°C heißen Ofen. Selbst einige Meter neben der Produktionswanne hatte es über 40°C - die durch die eher kühlen Außentemperaturen nötigen Jacken waren dabei äußerst hinderlich! Quer durch die Halle ging die Führung und an Stellen, wohin wir als große Gruppe nie gekommen wären. Einen interessanteren Rundgang hätte man sich nicht vorstellen können. Die drei Stunden vergingen wie im Fluge und einen besseren Einblick in ein Unternehmen kann man als Außenstehender wohl kaum haben.

Marcel Erne

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